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Benjeshecke (Totholzhecke): Was ist das und wie legt man sie an?

Was ist eine Totholz- oder Benjeshecke?

Eine Benjes- oder Totholzhecke besteht aus locker gestapelten Ästen und Zweigen. Der Name Benjeshecke, der ansprechender ist als der ursprüngliche Name Totholzhecke, wurde Ende der 1980er Jahre von Hermann und Heinrich Benjes geprägt, Zwillingsbrüdern, die für ihre Naturverbundenheit und Landschaftsgestaltung bekannt sind. Sie überlegten, wie man die Abfälle von der Gartenarbeit weise weiter verwenden kann.

Ihre Überlegung führten zur Erhaltung einer wertvollen, lockeren Anhäufung von Grünabfällen, die durch in die Erde gerammte Pfosten zu einem stabilen Wall gesichert wird. Der so entstandene Sichtschutz ist nicht nur kostengünstig, sondern entwickelt auch schon nach wenigen Wochen ein interessantes Eigenleben.

Diese Tiere leben in der Benjeshecke

Die Benjeshecke bietet einer Vielzahl von Vogelarten wie Amseln, Zaunkönigen und Rotkehlchen Schutz. Kleine Tiere wie Igel und Siebenschläfer sowie kleine Reptilien wie die Zauneidechse, die in ihr leben, helfen, den Garten frei von Schädlingen zu halten.

Aber Totholz bietet nicht nur Lebensraum, es bringt auch selbst wieder Leben in die Bude. Während das Holz langsam verrottet, sammeln Windsamen oder der Kot der dort angesiedelten Tiere Pflanzensamen, die keimen und in das lose Holz eindringen. Mit der Zeit entsteht aus der losen Wand eine stabile, lebendige Hecke. Die Hecke kann auch mit Pflanzen bepflanzt werden, um die Artenvielfalt zu erhöhen und die Ästhetik zu verbessern.

Weitere Vorteile für die Tiere in der Benjeshecke:

  • Igel sind häufige Bewohner einer Benjeshecke, besonders im Winter bieten sie einen guten Unterschlupf
  • Zusammengerollt wie ein Ball, hält der Siebenschläfer Winterschlaf. Acht Monate lang verlässt er sich auf seine Reserven aus dem Frühling und Sommer
  • Für Amseln kann die Benjeshecke in mehrfacher Hinsicht spannend sein. Einmal als sicherer Nistplatz und zum anderen durch die dort wachsenden Beerensträucher als Nahrungsquelle
  • Auch die kleinen Zauneidechsen fühlen sich in der Benjeshecke wohl.
  • Für andere Vögel, wie den Zaunkönig, bietet die Hecke einen Nistplatz und ein Futterangebot.
  • Die Erdkröte kümmert sich um Schädlinge am Boden.

Was sollte beim Anlegen beachtet werden?

Trotz ihrer vielen Vorteile gibt es ein paar Dinge zu beachten, wenn du eine Benjeshecke pflanzt. Schneide zum Beispiel Pflanzen zurück, die dir nicht gefallen und anfangen zu stark zu dominieren, wie zum Beispiel die Brombeere.

Die Anpflanzung im Garten oder an Orten, an denen in der Region heimische Pflanzen angebaut werden, ist kein Problem. Befindet sich jedoch ein Naturschutzgebiet in der Nähe, könnten die durch Totholz verbreiteten Organismen einen negativen Einfluss auf die dort vorhandene Flora und Fauna haben

Wenn die Benjeshecke auf zu fruchtbarem Boden angelegt wird, wachsen manchmal stattdessen dominante Sträucher wie Goldrute oder Brennnessel. Anstatt niedrig wachsende und heckenstärkende Sträucher, die durch ihre schnelle Entwicklung anderen Pflanzen Licht und Platz wegnehmen.

In solchen Fällen ist es ratsam, die Stauden kurz zu halten und die Hecke mit bereits gewachsenen Pflanzen zu ergänzen, um den gewünschten Effekt zu erzielen.

Pfähle für deine Benjeshecke

Mit ein wenig Geschick sind nicht einmal Pfähle nötig. Auch angespitzte Äste und Stämme können für ausreichend Stabilität sorgen. Allerdings entferne jegliche aufkommendene Brennnesseln, damit sie nicht überdauern und mit den gewünschten Sträuchern konkurrieren.

Benjeshecken anlegen

Um eine Benjeshecke zu bauen, brauchst du nur stabile Holzpfähle, die das Totholz an seinem Platz halten. Alternativ können auch kleine Bäume oder robuste Sträucher als Stabilisatoren verwendet werden. Wenn möglich, solltest du bei der Auswahl der Äste auf Hartholz von Obstbäumen zurückgreifen, die lange brauchen um zu verrotten.

Wenn du die benötigte Äste nicht aus deinem eigenen Garten bekomsmt, hilft oft eine Anfrage bei großen Gartenbaubetrieben oder einem örtlichen Grünschnitt-Recyclingunternehmen. Achte aber darauf, dass das verwendete Material nicht von Krankheiten oder Schädlingen befallen ist.

Schlage nun zwei parallele Pfahlreihen mit dem gewünschten Abstand in den Boden. Der Abstand zwischen den Pfählen einer Reihe hängt von der Länge des verwendeten Baumschnitts ab. Es ist wichtig, dass die Pfähle dem Totholz, das später in die Zwischenräume geschichtet wird, genügend Stabilität geben, damit es sauber geschichtet werden kann.

Fülle die Lücke mit Schnittgut auf. Es ist ratsam, unten größere Äste und oben kleinere Äste und Zweige zu verwenden, um kleinen Säugetieren wie Igeln einen geeigneten Lebensraum zu bieten. Natürlich kannst du dies je nach den Arten, die du anlocken und in deiner Benjeshecke ansiedeln möchtest, ändern. Wenn du eine Menge schweres Holz verwndest solltest du die Pfähle auch aneinander flechten, damit sich die Wand selbst stabilisiert und nicht durch das Gewicht und die Hebelwirkung umkippt.

Pflege der Benjeshecke

Anfänglich erfordert die Hecke nur wenig Pflege. Wenn sich das Holz mit der Zeit abgesenkt hat, kann es notwendig sein, es aufzufüllen. Sobald sich die Mauer mit Leben füllt, beginnt die richtige Pflege. Beschneide und entferne ungewollte hohe Sträucher, und selbst beliebte, wachsende Sträucher erfordern eine gewisse Bearbeitung mit der Heckenschere.

Im Laufe der Jahre bildet sich eine robuste Benjeshecke, die nicht nur eine attraktive und funktionale Sichtschutzbarriere ist, sondern auch das natürliche Gleichgewicht des Gartens aufwertet.

juli

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