Chili Pflanze richtig überwintern – 6 Tipps (+Anleitung)

Chilis stammen ursprünglich aus dem mittelamerikanischen Raum, es ist also naheliegend, dass sie warme Temperaturen lieben und unsere kalten Fröste nicht vertragen. Der Anbau von Chilis ist hier unter bestimmten Voraussetzungen trotzdem problemlos möglich, erfolgt in der Regel jedoch einjährig.

Das muss aber nicht so sein! Wir zeigen dir, dass es auch möglich ist, erfolgreich deine Chili überwintern zu lassen. Das kann auch durchaus sinnvoll sein: Da die Chili Pflanze eine so lange Entwicklungszeit hat, gewinnt sie nach der Überwinterung einen starken zeitlichen Vorteil, weil die eigentliche Pflanze bereits voll entwickelt ist.

Was du beim Chili Überwintern unbedingt berücksichtigen musst, erfährst du hier.

Diese Temperaturen vertragen Chili Pflanzen

Liegen die Temperaturen in den Nächten bei weniger als 14 Grad Celsius, so zeigt die Chili Pflanze durch deutlich verlangsamtes Wachstum, wie wenig ihr das gefällt. Wandern die Temperaturen dauerhaft unter 10 Grad Celsius, fallen die ersten Blätter und der Pflanze ist ihr Stress deutlich anzusehen. Bei unter 8 Grad Celsius ist dann endgültig Schluss, die Pflanze geht in der Regel sehr schnell ein.

Damit ist eindeutig klar, dass ein Überwintern im Freibeet bei uns keinesfalls möglich ist. Im Gegenteil: Fangen wir mit Aussaat oder Auspflanzung zu spät im Jahr an, kann es passieren, dass wir im Außenbeet nicht einmal die Entwicklung zur Vollreife hinbekommen. Wie also klappt es, mit dem Chili überwintern?

Überwintern im Topf

Wächst die Chili von Anfang an in einem Topf, ist die Überwinterung am einfachsten: Wird es draußen zu kalt, holt man den Topf einfach in den Innenraum. Im Wohnraum kann eine Chili überwintern, wenn sie einen sehr hellen Standort mit dauerhaft 10 bis 15 Grad Celsius hat.

Etwas mehr Wärme verträgt sie kurzzeitig auch, doch es sollte nicht dauerhaft wärmer als 20 Grad Celsius sein. Das Wohnzimmer dürfte daher in den meisten Wohnungen zu warm sein, um dort eine Chili zu überwintern.

Ein Keller ist bezüglich der Temperatur zwar ideal, dafür aber in der Regel zu dunkel. Stattdessen sollte man einen Raum wählen, der nicht dauerhaft beheizt wird, aber ein Fenster hat.

Überwintern im Gewächshaus

Besonders einfach dürfte es für alle sein, die über ein beheiztes Gewächshaus verfügen. Dort lässt sich die Temperatur so einstellen, dass die Chili Pflanze immer die benötigten Temperaturen vorfindet und über das Jahr zur Vollreife gelangt. Im Winter kann sie dann dort bleiben, sofern dauerhaft geheizt wird.

Pflegebedarf im Winter

Auch im beheizten Gewächshaus benötigt die Chili zum Überwintern jedoch ausreichend Wasser. Das heißt: regelmäßig gießen, aber immer nur geringe Mengen. Die Erde sollte immer trocken bis leicht feucht sein. Bei zu viel Nässe droht unter anderem Schimmelbildung.

Außerdem muss beim Chili Überwintern daran gedacht werden, die Pflanze regelmäßig von vertrockneten und abgestorbenen Pflanzenteilen zu befreien.

Die Chili Pflanze sollte während der Überwinterung regelmäßig auf Schädlinge überprüft werden. Nur dann kann möglicherweise noch rechtzeitig gehandelt werden, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern.

Unterschied der Überwinterung in kalt und warm

Man unterscheidet grundsätzlich zwischen einer kühlen und einer wärmeren Überwinterung:

Bei der kühlen Überwinterung bringt man den Topf zwischen Mitte Februar und Anfang März an einen wärmeren Ort, um sie langsam wieder umzugewöhnen. Dort wird sie dann auch regelmäßiger gegossen als in den Monaten davor. Geschnitten wird die Pflanze, bevor sie im Winter hereingeholt wird.

Bei der wärmeren Überwinterung erfolgt der Schnitt erst zum Frühjahr, kurz bevor die Chili Pflanze wieder nach draußen kommt. Alte Früchte werden sorgfältig entfernt und alle Äste um fünf bis zehn Zentimeter eingekürzt.

In beiden Fällen kann es sinnvoll sein, die Pflanze nach dem Winter umzutopfen und sie neu mit frischer Erde und Dünger zu versorgen.

Schädlingsbefall während der Überwinterung

Auch im Winter können sich Schädlinge an den zu überwinternden Chili Pflanzen zeigen. Hilfreich sind Gelbtafeln, die in direkter Nähe der Pflanze angebracht werden. Dort kann man viele Schädlinge direkt wahrnehmen und auch bestimmen.

Oft handelt es sich in dieser Zeit um die Weiße Fliege oder um Blattläuse. Diese lassen sich jedoch gut und zuverlässig bekämpfen, auch ganz ohne den Einsatz von chemischen Mitteln.

Speziell gegen die Blattläuse hat sich ein Knoblauchsud als hilfreich erwiesen:

  1. Mehrere Knoblauchzehen schälen und in kleine Stücke schneiden.
  2. In einem großen Topf den Knoblauch mit rund einem Liter heißem Wasser übergießen und für mehrere Stunden ziehen lassen.
  3. Knoblauch aussieben und den Sud in eine Sprühflasche füllen.

Für die Behandlung im wohnlichen Innenraum ist diese Behandlung natürlich nicht so empfehlenswert. Der Topf kann aber für diesen Zweck für kurze Zeit nach draußen geholt und dort gründlich besprüht werden.

Claudia hat ihre Gartenleidenschaft erst spät erkannt, ist ihr dann aber umso mehr nachgegangen und hat durch viel Ausprobieren autodidaktisch viel gelernt. Eigenes Ausprobieren findet sie dabei wichtiger als strengen Regeln immer zu folgen. Während sie in ihrem Beruf als Redakteurin viel Zeit am Schreibtisch verbringt, geht es in jeder freien Minute in den Garten. Dort ist aus einem ursprünglichen Acker innerhalb von rund zehn Jahren ein naturnaher und abwechslungsreicher Garten entstanden. Neben zahlreichen Staudenbeeten, Bäumen und Topfpflanzen sind dort auch Gemüse, Obst und Wein angebaut.

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