Mähroboter Gefahr für Igel: Wie kann man Igel schützen?

In den heimischen Gärten lauert eine neue Gefahr für Igel. Und dabei handelt es sich nicht um ein Tier – sondern eine Maschine. Mähroboter werden unter Gartenbesitzerinnen und Gartenbesitzern immer beliebter. Denn die selbstfahrenden Mäher nehmen den Menschen die lästige Arbeit ab, den Rasen regelmäßig zu stutzen. Die negativen Folgen, die der Einsatz der Mähroboter mit sich bringt, ist allerdings groß – sowohl für Igel als auch für andere Tiere.

127 Millionen Euro Umsatz wurde im ersten Halbjahr 2016 in Deutschland, den Niederlanden, Belgien, Frankreich und dem Vereinigten Königreich mit Mährobotern erzielt. Vielleicht werden gerade deshalb auch die Stimmen von Naturschutzorganisationen wie zum Beispiel dem NABU e.V. lautet: Denn die motorisierten Rasenschneider sind eine Gefahr für Igel.

Der Verlust von Lebensraum ist eine der Hauptursachen für den Rückgang der Igelpopulationen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Es gibt ein paar Möglichkeiten, die Gefahr von Mährobotern für Igel zu verringern. Eine Möglichkeit ist, den Einsatz von Mährobotern ganz zu vermeiden und den Rasen auf die altmodische Art mit einem Rasenmäher zu mähen. Das ist nicht nur sicherer für die Igel, sondern auch besser für deine eigene Fitness. Wenn das nicht möglich ist, ist es wichtig, den Mähroboter immer zu beaufsichtigen. Außerdem ist es wichtig, einen Mähroboter mit einem Ultraschallsensor und einer tiefen Schürze zu kaufen. Welche Modelle für Igel geeignet sind, erfährst du hier im Artikel über Mähroboter mit Igelschutz.
  • Das Wort „Igel“ bedeutet im Englischen so viel wie „Heckenschwein“. Wie der Name schon sagt, leben Igel in Hecken. Daher sind die stacheligen Tiere auch in vielen Gärten zu finden. Igel schlafen tagsüber und gehen nachts auf Nahrungssuche, zum Beispiel nach Insekten, Regenwürmern oder Schnecken. Deshalb überqueren die nachtaktiven Tiere oft Rasenflächen – und hier laufen sie Gefahr, von einem Mähroboter überfahren zu werden.
  • Die Grundlage eines igelfreundlichen Gartens ist eine Hecke aus heimischen Sträuchern. Ein igelfreundlicher Garten ist ein Garten, der so angelegt wurde, dass er eine sichere und komfortable Umgebung für Igel bietet. Dazu gehört, dass er eine Vielzahl von Lebensräumen wie Blumenwiesen, Komposthaufen, Ast- und Steinhaufen sowie eine Wasserstelle bietet. Außerdem ist es wichtig, auf den Einsatz von Pestiziden und Herbiziden zu verzichten und den Rasen weniger häufig zu mähen.

Warum geht die Igelpopulation zurück?

Der Verlust von Lebensraum ist eine der Hauptursachen für den Rückgang der Igelpopulationen. Gärten und Grünflächen werden mit Laubbläsern und Co. immer „sauberer und aufgeräumter“. Dadurch fehlt es zunehmend an Unterschlupf und Nahrung für Igel. Igel müssen nachts große Gebiete zur Nahrungssuche aufsuchen, und oft sind diese Gebiete von undurchlässigen Zäunen und Mauern umgeben. Das bedeutet, dass Igel gefährliche Straßen überqueren müssen, um ihre Nahrungsquellen zu erreichen. Mit einer sogenannten „Igelautobahn“ können sichere Durchgänge geschaffen werden. Eine Igelautobahn ist eine Öffnung im Zaun oder in der Hecke, durch die die Tiere ein- und ausgehen können.

Was sind Mähroboter?

Mähroboter, Rasenmähroboter oder Rasenroboter: die Servicegeräte zum Schneiden von Grasflächen haben viele Namen. Sie funktionieren allerdings alle mehr oder weniger ähnlich. Denn sie fahren selbstständig eine vorgegebene Fläche ab und sind damit sozusagen die Staubsaugerroboter des Gartens. 

Damit die Mähroboter eine Fläche abfahren können, sind sie mit Sensoren ausgestattet, die Grenzen, Hindernisse und unter Umständen auch Regenschauer erkennen können. Eingerichtet und gesteuert werden diese Geräte häufig über das Smartphone, was die Aufsicht durch einen Menschen unnötig macht – allerdings auch für Igel eine Gefahr darstellt.

Warum sind Mähroboter eine Gefahr für Igel?

Treffen Mähroboter und Igel aufeinander, entsteht ein gefährliches Problem: Igel sind keine Fluchttiere. Bei Gefahr rollen sie sich zusammen und verharren als stachelige Kugel, bis der vermeintliche Angreifer sich zurückzieht. Mähroboter sind Maschinen, die eine bestimmte digitale Karte abfahren. Gute Modelle erkennen Hindernisse – allerdings erst ab einer gewissen Größe. Und das wird laut NABU vielen Igeln und vor allem Jungtieren zum Verhängnis.

Die scharfen Messer des Roboters, die eigentlich zum Schneiden von Gras da sind, verletzen die Tiere schwer. Dabei stoßen Igel und Mähroboter häufig nachts aufeinander – wenn viele Gartenbesitzerinnen und Gartenbesitzer ihre Roboter die Arbeit automatisch verrichten lassen, Igel hingegen aber als nachtaktive Tiere auf Nahrungssuche sind.

Eine Gefahr werden die Mähroboter für Igel vor allem, weil die scharfen Klingen des Roboters die Igel meist nicht töten, aber stark verletzen. „Oft bleibt das Massaker auf dem Rasen allerdings unbemerkt, da die Wildtiere im Verletzungsfall keine Schmerzenslaute ausstoßen und sich ins Unterholz zurückziehen, um dort qualvoll zu verenden“, schreibt der NABU auf seiner Webseite zum Thema.

Eine neue Studie der Universität Aalborg in Dänemark hat die Kontroverse um Roboter-Rasenmäher und ihre Auswirkungen auf Igel untersucht. Die Studie ergab, dass einige Roboter tödlichen Schaden anrichten, während andere keinen nennenswerten Schaden verursachen.

„Unsere Ergebnisse zeigten, dass die folgenden technologischen Elemente den Sicherheitsindex des Mähroboters deutlich erhöhten: schwenkbare Messer, Gleitplatten und Vorderradantrieb. Wir fordern eine künftige Zusammenarbeit zwischen Herstellern von Mähroboterherstellern und Wildtierforschern, um die Sicherheit von Igeln und anderen Gartentierarten zu verbessern“, so Dr. Sophie Lund Rasmussen von der Universität Aalborg.

Sie hat die Forschung mit geleitet und ist zu dem Schluss gekommen, dass Messer mit schwenkbarer Klinge besser sind als Messer mit feststehender Klinge, weil sie sich an unterschiedliche Umstände anpassen können. Zum Beispiel ein Messer, das in etwas Härterem als Gras steckt.

Das Pivot-Messer ist so konstruiert, dass es sich in die Scheibe einklappt, die dann das zu treffende Objekt (und auch die Messer) schützt – und so weniger Schaden anrichtet. Die Forscherinnen und Forscher kommen außerdem zu dem Schluss, dass feststehende Messer eine höhere Kraft benötigen, was sie weniger kontrollierbar und weniger empfindlich beim Aufprall macht.

Roboter-Rasenmäher mit festen Messern (A) und schwenkbaren Messern (B). Quelle: Ronja Mathiesen und Petrus Ekbladh

Weitere Probleme, die Mähroboter zur Gefahr für Igel machen

Im Gegensatz zu den großen, manuell zu bedienenden Rasenmähern kommen Mähroboter nahezu lautlos daher, damit sie mit ihrer Aktivität niemanden stören. Für Igel ist das ein Problem, wenn sie beispielsweise unter Hecken und Stauden schlafen, dass sie die Roboter nicht hören. Sie können sich dann weder schützend zusammenrollen, noch rechtzeitig in Sicherheit bringen. Je nach Einstellung kürzen Mähroboter aber auch dort, wo Igel in der Regel Unterschlupf finden.

Mähroboter Gefahr für Igel – mögliche Konsequenzen

Igel sind nicht nur sehr niedliche Zeitgenossen, sondern auch unglaublich nützlich. Im Garten sorgen sie zum Beispiel für Ordnung, da zu ihren Leibspeisen vor allem Laufkäfer, Spinnen und Co. stehen. Deshalb zählen die Tiere aber laut dem Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) zu den besonders geschützten Tieren. Sie sind also noch nicht in ihrem Bestand gefährdet, dürfen aber nicht gefangen, verletzt oder getötet werden. Wer dagegen verstößt oder den Fortpflanzungs- und Ruheraum von Igeln zerstört, kann in den einzelnen Bundesländern mit einem Bußgeld im mehrstelligen Bereich bestraft werden.

So kann man Igel schützen – 5 Möglichkeiten

Achtung: Nicht bei Dämmerung mähen!
Der einfachste und sicherste Schutz für die kleinen, stachligen Tiere ist jedoch darauf zu verzichten bei Dämmerung und bei Nacht zu mähen. Zu dieser Zeit sind Igel hauptsächlich aktiv. Die Mähzeiten können bei den meisten Mährobotern eingestellt werden, umso die Igel in unseren Gärten zu schützen.

Möglichkeit #1: Auf den Einsatz von Mährobotern verzichten

Grundsätzlich gilt es, auf den Einsatz von Mährobotern zu verzichten, falls möglich. Die Maschinen sorgen ohnehin dafür, dass Graslandschaften zu einer biologisch wertlosen Fläche werden. Denn die Mähroboter sind nicht nur für Igel eine Gefahr; sie schneiden den Rasen auf Dauer so kurz, dass auch Nahrungsquellen und Schutzräume für Insekten verloren gehen. Das erschwert die Nahrungssuche für Igel und andere Tiere, wie beispielsweise Schmetterlinge und Bienen. 

Möglichkeit #2: Mähroboter beaufsichtigen

Falls ein Mähroboter zum Einsatz kommt, sollte dieser nie unbeaufsichtigt laufen – zur Sicherheit von Igeln, aber auch zur Sicherheit von Kindern im Haushalt. Denn laut Stiftung Warentest stellen Mähroboter auch nach wie vor ein Sicherheitsrisiko für Kleinkinder dar: Denn einen Kinderarm, der in der Mähroute des Roboters liege, würde nur eines von acht Modellen im aktuellen Test schützen, erklärt Stiftung Warentest auf ihrer Webseite. 

Möglichkeit #3: Mähroboter mit Igelschutzfunktion

Wenn ein normaler Rasenmäher nicht infrage kommt, sollte beim Kauf eines Mähroboters besonders auf folgende Dinge geachtet werden:

  • Ultrschallsensoren: Verfügt der Mähroboter über eine Hinderniserkennung, ändert der Mähroboter sofort seine Richtung, wenn er in unmittelbarer Nähe eines Hindernisses ist.
  • Tiefe Schürze: Umso tiefer die Schürze des Mähroboters umso sicherer ist dieser für Tiere und Kleinkinder

Hier geht es zum Artikel über Mähroboter mit Igelschutzfunktion

Möglichkeit #4: Überprüfe deinen Garten auf schlafende Igel

Wenn du bereits einen Mähroboter gekauft hast, ist es wichtig, den Bereich regelmäßig auf schlafende Tiere zu überprüfen – vor allem, bevor du den Rasenmäher im Frühjahr zum ersten Mal einsetzt. Wenn du einen Igel findest, bringe ihn einfach an einen Ort, an dem er nicht Gefahr läuft, überfahren zu werden.

Mäglichkeit #5: Igelautobahnen

Igel sind bei der Nahrungssuche oft gezwungen, Straßen und andere Bereiche zu überqueren, in denen sie mit Gefahren in Berührung kommen könnten. Erschwerend kommt hinzu, dass Igel keine sehr schnellen und wendigen Tiere sind, so dass es für sie schwierig ist, entgegenkommenden Gefahren auszuweichen.

Der beste Weg, um Igel davor zu schützen, ist es, sichere Wege für sie zu schaffen. Eine Möglichkeit, dies zu tun, ist das Anlegen einer „Igelautobahn“ Eine Igelautobahn ist eine Öffnung im Zaun oder in der Hecke, durch die die Tiere ein- und ausgehen können. So können sich die Igel in deinem Garten bewegen, ohne Bereiche zu überqueren, in denen sie mit Gefahren in Berührung kommen könnten.

Die Gefahr von Mährobotern für Igel verringern

Mähroboter sollten nur tagsüber und unter Aufsicht zum Einsatz kommen. Darüber hinaus sollte die jeweilige Fläche bei der Installation so kalibriert werden, damit sie Ruheplätzchen und Fortpflanzungsorte für Igel großräumig ausspart. Das sind beispielsweise Hecken, Stauden und Sträucher. Bevor der Mähroboter gestartet wird, sollte außerdem unbedingt überprüft werden, ob sich nicht ein Igel darunter versteckt hat. 

6 Ideen für einen igelfreundlichen Garten

Ein igelfreundlicher Garten enthält verschiedene Sträucher, Bäume und Blumen, die den Tieren Nahrung und Schutz bieten.

Idee #1: Hecke aus einheimischen Sträuchern

Ein Garten mit einer Hecke aus einheimischen Sträuchern ist die perfekte Umgebung für Igel. Wenn du also einen igelfreundlichen Garten anlegen willst, der für Igel sicher ist, solltest du einheimische Sträucher pflanzen. Das sind Sträucher, die in deiner Gegend heimisch sind und sich zusammen mit der örtlichen Tierwelt entwickelt haben. Sie bieten den bestmöglichen Schutz für Igel und andere Kleintiere. Am besten lässt du entlang der Hecke einen etwa einen Meter breiten Streifen aus einheimischen Kräutern und Stauden stehen, der nicht zu häufig gemäht wird (3 – 4 Mal pro Jahr). Damit haben Igel genug fressen, denn Igel fressen auch Käfer, Schmetterlingsraupen, Schnecken, Tausendfüßler sowie zahlreiche Spinnen, die sich in den Sträuchern verstecken.

Idee #2: Blumenwiese oder Naturrasen

Statt eines traditionellen Rasens eine Blumenwiese anlegen – Eine Blumenwiese enthält eine Vielzahl verschiedener Pflanzen, darunter Blumen, Gräser und Kräuter. Diese Vielfalt bietet Nahrung und Unterschlupf für Igel und andere Wildtiere.

Eine andere Möglichkeit ist die Anlage eines natürlichen Rasens. Ein natürlicher Rasen besteht aus einer Mischung aus verschiedenen Gräsern und Kräutern. Auch diese Vielfalt bietet Igeln und anderen Wildtieren Nahrung und Unterschlupf.

Im Vergleich zu einem konventionellen Rasen sind diese beiden Optionen viel besser für die Umwelt. Ein „normaler“ Rasen besteht nur aus wenigen Grasarten, die mit Kunstdünger und giftigen Pestiziden behandelt werden, was ihn zu einem ungesunden Ort für alle Lebewesen macht.

Eine Blumenwiese ist viel wertvoller als ein herkömmlicher Rasen, weil sie viele verschiedene Arten von Blumen und Kräutern enthält. Diese Pflanzen ziehen zahllose kleine Lebewesen an, wie Wildbienen, Schmetterlinge, Spinnen und Käfer. Indem sie diesen Lebewesen Nahrung und Unterschlupf bietet, trägt eine Blumenwiese zum Ökosystem der heimischen Tierwelt bei.

Idee #3: Komposthaufen

Ein schöner Komposthaufen ist ein wahres Paradies für Insektenfresser. Allerdings sollte er so angelegt sein, dass Igel Zugang zu den Leckerbissen haben. Deshalb ist ein Komposthaufen oder eine Bretterkiste mit Durchgang besser als ein fest verschlossenes Drahtsilo.

Idee #4: Ast- und Steinhaufen

In vielen Gärten fallen jedes Jahr große Mengen an Holz an, manchmal auch das Holz eines gefällten Baumes. Was nicht als Brennholz verwendet wird, sollte zu Asthaufen aufgeschichtet werden. Das bietet Unterschlupf für Igel und andere Wildtiere.

Eine weitere Möglichkeit ist das Anlegen von Steinhaufen. Steinhaufen bieten Unterschlupf für Igel und andere Wildtiere.

Sowohl Asthaufen als auch Steinhaufen sind eine gute Möglichkeit, Igeln und anderen Wildtieren Unterschlupf zu bieten. Sie können sich tagsüber in den Blättern verstecken oder sie zum Bau ihres Winternests nutzen.

Ein Steinhaufen oder eine aufgeschichtete Mauer wird auch zu einer lebendigen kleinen Welt für sich, in der unzählige kleine Lebewesen ein Zuhause finden und das Nahrungsangebot für den Igel vergrößern.

Idee #5: Verwilderte Ecke

Eine verwilderte Ecke ist ein Bereich deines Gartens, der wild wachsen darf und nicht gepflegt wird. So können Insekten und andere kleine Lebewesen dort leben und überwintern.

Idee #6: Wasserstelle

In heißen, trockenen Sommern kann ein kleiner, flacher Gartenteich oder eine Vogeltränke den Igeln helfen, nicht zu verdursten. Außerdem erhöht sich dadurch die Artenvielfalt in einem Garten.

Juli ist begeisterter Gärtner, der seine Liebe zu Pflanzen zu seinem Beruf gemacht hat. Er arbeitet seit über 5 Jahren in der Gartenbaubranche und hat sich einen Ruf als einen sachkundigen Experten auf diesem Gebiet erarbeitet. Wenn er nicht gerade Kunden berät oder Artikel schreibt, kann man Juli in seinem eigenen Garten beobachten. Er liebt nichts mehr, als einen sonnigen Tag im Freien zu verbringen, umgeben von seinen geliebten Pflanzen.

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