Hecke entfernen: In 6 einfachen Schritten deine Heckenfplanzen roden

Denkst du darüber nach, eine Hecke von deinem Grundstück zu entfernen? Dann solltest du zuerst diesen Artikel unbedingt bis zum Schluss lesen. In 6 einfachen Schritten zeigen wir dir, wie du eine Hecke entfernst, ohne dein Grundstück zu verwüsten oder dich zu verletzen. Egal, ob du es selbst machst oder jemanden damit beauftragst, befolge diese Schritte!

Welche Gründe gibt es, um eine alte Hecke zu entfernen?

Hecken sind lebende Zäune. Einmal gepflanzt, wachsen sie viele Jahrzehnte. Mitunter kann es jedoch erforderlich werden, eine Hecke im Garten zu entfernen. Das kann an verschiedenen Faktoren liegen:

  • Ältere Hecken nehmen zu viel Platz ein. Ein radikaler Rückschnitt lohnt nicht mehr.
  • Die Pflanzen der Hecke sind von Krankheiten befallen und müssen beseitigt werden.
  • Der Grundriss des Gartens soll verändert werden, weil Sie beispielsweise einen Pool, ein Gartenhaus oder eine Einfahrt anlegen wollen.

Eine alte Hecke zu entfernen sollte jedoch stets das letzte Mittel sein, weil sie Lebensraum heimischer Vögel und anderer Kleintiere sind.

Entfernen von Hecken – die gesetzliche Regelung

Im Prinzip dürfen Sie in Ihrem heimischen Garten Heckenanlagen, Bäume und Sträucher beseitigen. Dabei müssen Sie sich jedoch an bestimmte Vorgaben halten, sonst können Sie mit hohen Bußgeldern belegt werden. Je nach Größe der Anpflanzung kann das Bußgeld in einigen Bundesländern weit mehr als 10.000 Euro betragen.

Der richtige Zeitpunkt für die Rodung ist der Winter. In der Zeit von Anfang März bis Ende September sind alle derartigen Arbeiten zu unterlassen, um brütende Vögel nicht zu stören. 

Außerhalb dieses Zeitraums sind nur schonende Form- und Pflegeschnitte  oder Pflegeschnitte zur Beseitigung von einzelnen kranken Pflanzen erlaubt.

Für das vollständige Entfernen einer alten Hecke außerhalb der vom Gesetz bestimmten Zeiträumen benötigen Sie eine Sondergenehmigung.

Bestehende Hecke entfernen: Anleitung in 6 Schritten

1. Vorbereitung

Sprechen Sie mit Ihren Nachbarn und informieren Sie diese über Ihr Vorhaben. Dadurch vermeiden Sie Beschwerden über Lärm und Schmutz oder gar eine Anzeige beim Ordnungsamt wegen Verstoß gegen die gesetzlichen Bestimmungen.

Wollen Sie Ihr Vorhaben zwischen März und Ende September durchführen, ist das nur möglich, wenn Sie rechtzeitig eine Sondergenehmigung bei der zuständigen Behörde beantragen. Planen Sie die Arbeiten für eine frostfreie Periode im Winter.

Sie benötigen die folgenden Werkzeuge:

  • einen scharfen Spaten
  • Heckenschere
  • Handbeil und Handsäge
  • eventuell Kettensäge  und Minibagger (zum Ausgraben der Wurzeln)

2. Stämme der Heckenpflanzen entasten

Entfernen Sie alle Äste und Zweige an den Stämmen, bis die Stämme komplett kahl sind. Kleinere bis mittelgroße Äste lassen sich mit einer Heckenschere abschneiden, bei großen Ästen leistet die Handsäge gute Dienste.

3. Stämme absägen

Sägen Sie die Stämme mit einer Kettensäge ab, allerdings nicht zu dicht über dem Boden. Ein genügend langes Stück vom Stamm sollten Sie stehenlassen, um es beim Entfernen der Wurzeln als Hebel benutzen zu können.

4. Wurzeln entfernen

Das ist die schwerste Arbeit beim Roden. Ältere Heckenanlagen haben ein weit verzweigtes und tief reichendes Wurzelsystem. Werden die Wurzeln nicht vollständig entfernt, treiben sie im Frühjahr erneut aus. Beim Entfernen der Wurzeln gehen Sie wie folgt vor:

  • Heben Sie mit einem scharfen Spaten einen Graben rund um den Stamm aus. Dünnere Wurzeln, die Sie dabei freilegen, können Sie gleich mit dem Spaten durchtrennen.
  • Benutzen Sie das stehengebliebene Stück Stamm als Hebel und bewegen es hin und her. Dadurch können Sie den Wurzelballen in der Regel soweit lockern, dass Sie ihn herausziehen können. Eventuell können Sie den Wurzelballen auch mit einem Seil oder Flaschenzug herausziehen.

Buchenhecken haben tief reichende Wurzeln, die sich oft nicht komplett entfernen lassen. Schlagen oder sägen Sie Kerben bzw. bohren Sie Löcher in das Holz und füllen Sie diese mit Kompost. Das beschleunigt das Verrotten. 

5. Holzreste entsorgen

Werfen Sie das Holz und die Wurzeln auf keinen Fall weg. Sie sind zu schade, denn es sind wertvolle Rohstoffe für die Kompostierung. Zerkleinern Sie das Holz mit einem Gartenhäcksler und heben Sie es in Säcken auf. Sie können es nach Bedarf mit feuchten Küchenabfällen mischen und auf den Komposthaufen werfen.

6. Bodenvorbereitung für die neue Heckenpflanzung

Wenn alle Stämme und Wurzelballen entfernt sind, graben Sie den Boden tief um. Entfernen Sie alle Wurzeln, die dabei noch zutage treten. Füllen Sie die entstandenen Löcher mit einer Mischung aus Muttererde und Kompost. Das Ganze lassen Sie eine Weile ruhen, bevor Sie eine Neupflanzung vornehmen.

Messen Sie den pH Wert des Bodens. Standen an der Stelle Nadelbäume wie Thuja, Scheinzypressen oder Eibe, kann der Boden sauer sein, weil die Nadeln beim Verrotten Säure freisetzen. Zum Ausgleich arbeiten Sie beim Umgraben etwas Kalk in den Boden. 

Häufig gestellte Fragen zum Thema Hecke entfernen

Kann man die Arbeit selbst verrichten oder sollten Profis beauftragt werden?

Das kommt darauf an, wie fit Sie sind. Das Beseitigen von hohen Hecken ist körperlich sehr anstrengend und zeitaufwendig. Wenn Sie es sich zutrauen, können Sie es selbst erledigen. Falls Sie einige der benötigten Geräte nicht haben, können Sie sich diese im Baumarkt oder online ausleihen.

Was kostet die Beseitigung einer Hecke?

Das kann nicht pauschal gesagt werden. Es hängt von der Länge und Größe der Hecke ab. Ein seriöser Gartenbaubetrieb wird einen Besichtigungstermin vereinbaren und sich die Anlage vor Ort ansehen. Auf der Grundlage ihrer Erfahrung erstellt die Firma einen Kostenvoranschlag, der gratis und unverbindlich ist. Wie hoch die Kosten sind, hängt davon ab, wie hoch, dicht und lang die Hecke ist.

Gibt es Ausnahmen vom Verbot, die Hecke nicht entfernen zu dürfen?

In allen Bundesländern ist es zwischen dem 1. März und dem 30. September verboten, Heckenanlagen zu entfernen. Eine Ausnahme kann erteilt werden, wenn die Entfernung im Zuge von Baumaßnahmen notwendig ist oder wenn die Pflanzen krank oder abgestorben sind. Schonende Form- und Pflegeschnitte sind das ganze Jahr über erlaubt.

Juli ist begeisterter Gärtner, der seine Liebe zu Pflanzen zu seinem Beruf gemacht hat. Er arbeitet seit über 5 Jahren in der Gartenbaubranche und hat sich einen Ruf als einen sachkundigen Experten auf diesem Gebiet erarbeitet. Wenn er nicht gerade Kunden berät oder Artikel schreibt, kann man Juli in seinem eigenen Garten beobachten. Er liebt nichts mehr, als einen sonnigen Tag im Freien zu verbringen, umgeben von seinen geliebten Pflanzen.

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