Kompost stinkt: Kompost Geruch neutralisieren

Dass der Komposthaufen schlecht oder faulig riecht, ist ein Problem, das jedem Gärtner passieren kann. Wichtig ist, dass Sie es nicht ignorieren, sondern etwas dagegen unternehmen.

Solange Sie die Ursache nicht beseitigen, wird sich das Problem immer weiter ausweiten. In diesem Ratgeber erfahren Sie, was dahinter steckt, wenn der Komposthaufen zu stinken beginnt und welche Maßnahmen Sie dagegen ergreifen können.

Bei rechtzeitigem Handeln bekommen Sie das Problem in den meisten Fällen relativ schnell und mit geringem Aufwand in den Griff.

Warum stinkt der Kompost so sehr? 5 mögliche Ursachen

Wenn der Komposthaufen schlechte Gerüche verbreitet, ist das ein Zeichen dafür, dass irgendetwas nicht in Ordnung ist. Normalerweise entströmt dem fertigen Kompost ein angenehmer Geruch, der an frischen Waldboden und Pilze erinnert.

Stinkt der Komposthaufen, können mehrere Ursachen dahinter stecken.

1.  Mangel an Sauerstoff

Die Hauptursache für üble Gerüche, die dem Komposthaufen entströmen, ist Sauerstoffmangel. Die Kompostierung ist ein aerober Prozess. Das bedeutet, die Organismen, die dafür verantwortlich sind, benötigen Sauerstoff.

Erhalten Sie den nicht, finden unter anaeroben Bedingungen (Abwesenheit von Sauerstoff) die falschen Abbauprozesse statt. Es kommt zu Fäulnis, bei der schlechte Gerüche entstehen. Die Bakterien, die Fäulnis verursachen, produzieren Chemikalien wie Ammoniak, Buttersäure oder Schwefelwasserstoff, die übel riechen.

Hinter einem Mangel an Sauerstoff stecken oft eine falsche Bauweise oder ein falscher Standort. Einige Gartenfreunde legen den Komposthaufen in einer Ecke an, sodass die Luft nur von 2 Seiten in den Komposthaufen gelangen kann.

An einem besseren Standort, der an allen Seiten offen ist, löst sich das Problem von selbst.

Bei geschlossenen Kompostern sind mitunter auch die Lüftungsöffnungen zu klein. Bohren Sie zusätzliche Öffnungen oder vergrößern Sie die bestehenden.

2.  Zu viel Rasenschnitt

Zwar lässt sich Rasenschnitt gut kompostieren, ist aber oft die Ursache für unangenehme Gerüche. Das liegt daran, dass Rasen- oder Grünschnitt sowohl feucht als auch sehr fein ist.

Geben Sie eine große Menge auf einmal in den Komposter, ersticken Sie die Mikroorganismen förmlich. Sie können die kompakten und nassen Abfälle nicht verarbeiten und die Kompostierung kommt zum Erliegen. Statt Verrottung laufen Fäulnisprozesse und Schimmelbildung ab.

Vermeiden Sie das Problem, indem Sie den Rasenschnitt vor dem Kompostieren ein paar Tage vortrocknen. 

3. Zu viel Regen bzw. Niederschlag

Regnet oder schneit es viel, dringt das Wasser in den Abfall und verdrängt den Sauerstoff. Zusätzlich kommt es zu einer Verdichtung der organischen Abfälle, was die Durchlüftung behindert.

In der Regel sind außerdem Wetterperioden mit länger dauernden Niederschlägen durch niedrige Temperaturen charakterisiert. Die Verrottung verlangsamt sich dadurch, weil der „Appetit“ der Mikroorganismen geringer wird.

Schaffen Sie Abhilfe, indem Sie den Komposthaufen bei längeren Regenfällen oder im Winter mit luftdurchlässiger Folie abdecken. Nasser Kompost kann so erst gar nicht entstehen.

4. Zu viele nasse Abfälle

Mitunter können auch zu viele nasse Abfälle, die auf den Kompost geworfen werden, üble Gerüche verursachen.  Ein typisches Beispiel ist es, zu viel frischen Rasenschnitt auf einmal auf den Komposter zu werfen. Ein ähnlicher Effekt entsteht, wenn beispielsweise große Mengen an saftigem Obst oder Gemüse (Gurken, Pflaumen u. ä.) auf einmal kompostiert werden sollen.

5. Falscher Standort

Mitunter steht der Komposter auch einfach an einem falschen Platz, beispielsweise im tiefen Schatten. Dort sind Temperatur und Verdunstung niedriger. Unter solchen Bedingungen läuft die Kompostierung langsamer ab. An einem besseren Standort im Halbschatten verschwindet das Problem von selbst.

Im Grunde genommen gibt es für stinkenden Kompost 2 Hauptursachen:

  • Sauerstoffmangel
  • Überschuss an Feuchtigkeit 

Stinkenden Kompost vorbeugen und bekämpfen: 4 Tipps

Wenn der Komposthaufen stinkt, müssen Sie handeln, weil sich das Problem nicht von allein löst. Im Gegenteil, es wird im Laufe der Zeit immer schlimmer.

Zusätzlich zu unangenehmen Geruch könnten Sie es noch mit einer Invasion von Fliegen oder Ratten zu tun bekommen, die durch den Gestank angelockt werden. Folgende Maßnahmen haben sich in der Praxis bewährt:

1. Küchenabfälle täglich kompostieren

Küchenabfälle enthalten in der Regel viel Feuchtigkeit. Warten Sie mit der Entsorgung auf dem Komposthaufen, bis sich eine große Menge angesammelt hat,  überfordern Sie die für den Abbau des Materials zuständigen Lebewesen. Außerdem locken Sie mit den Abfällen Fliegen ins Haus.

Durch regelmäßige kleine Mengen an „Futter“ unterstützen Sie dagegen deren Tätigkeit. Sie können sogar noch mehr tun.

Lassen Sie feuchte Abfälle vor dem Kompostieren gut abtropfen. Packen Sie die Abfälle in eine unbedruckte Papiertüte. Das Papier ist trocken und saugt überschüssige Feuchtigkeit auf. Beim Kompostieren zersetzt es sich.

2. Kalk oder Steinmehl verwenden

Das ist ein beliebter Trick, um stinkenden oder nassen Kompost zu verhindern. Streuen Sie eine Handvoll Kalk gleichmäßig über den Komposthaufen. Der Kalk hat gleich 3 positive Effekte:

  • Er verhindert, dass der Kompost sauer wird. Die Kompostierung läuft am besten in einem leicht basischen Milieu ab.
  • Kalk bindet unangenehme Gerüche.
  • Fliegenlarven werden abgetötet.

Alternativ können Sie auch Steinmehl verwenden.  Auch eine dünne Schicht Erde ist als Schutz geeignet. Verwenden Sie fertige Komposterde von einem zweiten Komposter.

3. Komposthaufen regelmäßig umschichten

Das ist eine der wichtigsten Maßnahmen, um den Anteil von Sauerstoff im Kompost zu erhöhen. Das Umschichten oder Umsetzen hat mehrere positive Effekte.

Grobes mit feinem Material wird vermischt und so die Kompostierung beschleunigt. Bei der Umschichtung wird der Komposthaufen gründlich belüftet und mit Sauerstoff versorgt.

Gleichzeitig werden schädliche Gase wie Ammoniak und Schwefelwasserstoff freigesetzt und aus dem Komposthaufen ausgetrieben. Beim Umsetzen des Komposts packen Sie trockenes Schnittgut und anderes grobes Material in die unterste Schicht.

Dadurch kann überschüssiges Wasser im Boden versickern. Sie vermeiden die Bildung von gefährlicher Staunässe.

Führen Sie diese Maßnahme mindestens zweimal pro Jahr durch. Es lohnt sich!

4. Trockenes Schnittgut dazu geben

Viele Abfälle, die auf den Komposthaufen wandern, sind sehr feucht. Wird zu viel davon auf einmal kompostiert, kann das Problem verursachen. Sie vermeiden es, wenn Sie beispielsweise Feuchtes mit Trockenem mischen.

Mischen Sie feuchte Abfälle und trockenes Laub, damit gesunder Kompost gebildet wird. Sie können auch anderes trockenes Material unter die feuchten Abfälle mischen.

Geeignet sind unter anderem Gesteinsmehl, Holzasche, zerrissene Eierkartons, unbedrucktes Papier, verbrauchte Blumenerde, Sägespäne aus unbehandelten Holz und andere trockene Materialien, die der Garten zur Verfügung stellt.

Sammeln Sie trockenes im Herbstlaub und heben Sie es in Säcken auf. Sie können es nach und nach unter die Abfälle mischen. 

Juli ist begeisterter Gärtner, der seine Liebe zu Pflanzen zu seinem Beruf gemacht hat. Er arbeitet seit über 5 Jahren in der Gartenbaubranche und hat sich einen Ruf als einen sachkundigen Experten auf diesem Gebiet erarbeitet. Wenn er nicht gerade Kunden berät oder Artikel schreibt, kann man Juli in seinem eigenen Garten beobachten. Er liebt nichts mehr, als einen sonnigen Tag im Freien zu verbringen, umgeben von seinen geliebten Pflanzen.

Teilen:

Schreibe einen Kommentar

Newsletter abonnieren & Preise gewinnen!
Kostenlose Gewinnspiele
Aktuelle Rabatte & Gutscheine
Immer auf dem neusten Stand