Kompost auf dem Balkon mit Balkonkomposter anlegen

Ein Kompost ist schon längst nicht mehr nur in Gärten vorzufinden. Denn mittlerweile können Sie auf kleinstem Raum kompostieren und selbst auf einem schmalen Balkon ganz einfach wertvollen Humus herstellen.

Wir zeigen Ihnen, wie Sie spielend leicht selbst einen Kompost auf dem Balkon anlegen und was Sie beachten müssen, dass es durch den Kompost weder zu Schmutz, noch zu unangenehmen Gerüche kommt.

Kompostieren auf dem Balkon – das müssen sie wissen

Auf einem Balkon Komposter können Sie ganz einfach organische Küchenabfälle geruchsneutral entsorgen. Voraussetzung hierfür ist, dass es sich um nicht gekochte und natürlich vorkommende Abfälle handelt.

Und dafür benötigen sie für einen Balkonkompost weder einen großen Balkon, noch andere Voraussetzungen. Denn ein Kompost gibt es auch in sehr kleinen Größen, so dass es selbst auf kleinen Stadtbalkonen möglich ist, einen Kompost anzulegen.

Dabei haben Sie selbst die Wahl, welchen Kompostbehälter Sie bevorzugen. Neben klassischen Komposteimern haben Sie die Wahl zwischen Bokashi Eimern und sogenannten Wurmkisten. Alternativ können Sie einen Balkonkomposter auch einfach selbst bauen.

Unabhängig davon, für welche Art des Kompostbehälters Sie sich entscheiden, sollte der Komposter Ihrer Wahl immer über einen geschlossenen Boden verfügen und witterungsbeständig sein.

Kompost auf dem Balkon – so funktioniert es

In den meisten Fällen ist Platz auf dem Balkon begrenzt. Große Komposter sind hier also fehl am Platz. Denn sie können auf einem Balkon nicht nur wegen ihrer Größe, sondern auch wegen ihres Gewichts zum echten Problem werden. Für große Kompostbehälter ist daher zurecht der Garten der richtige Platz der Wahl.

Eine Kompostierung auf dem Balkon ist trotzdem problemlos machbar. Denn der Markt bietet Ihnen eine Vielzahl vieler praktischer, handlicher Kompost-Systeme, die kompakt und flexibel einsetzbar sind.

Die besten Möglichkeiten für einen Balkonkompost sind dabei die folgenden:

  • Kleinkomposter wie kleine Trommelkomposter oder spezielle Balkonkomposter
  • handliche Wurmkomposter
  • Bokashi Eimer

Alle diese Varianten lassen sich übrigens auch in Innenräumen aufstellen. Dies ist beispielsweise bei einem Sturm sinnvoll.

Kompostieren auf dem Balkon – die unterschiedlichen Möglichkeiten

Die oben aufgezählten Möglichkeiten können Sie entweder selber kaufen oder aber ganz leicht selber  nachbauen. Nachfolgend möchten wir Ihnen die Details dieser Kompostarten näher bringen.

Die Wurmkiste – natürlicher Komposter für kleine Balkone  

Beim sogenannten Wurmkomposter sorgen spezielle Kompostwürmer für den Zerfall des Kompostguts. Sie verwerten die Abfälle und produzieren so wertvollen Biodünger.

Was im ersten Moment etwas befremdlich klingt, ist in der Realität aber gar nicht schlimm. Denn diese Zersetzungsart ist ein vollkommen natürlicher Vorgang.

Der Unterschied zum klassischen Kompost liegt hier einzig darin, dass beim Gartenkompost Würmer ganz alleine den Weg in den Kompost finden, dies ist bei einem Balkonkompost naturgemäß nicht der Fall, da der Kompost nicht mit einem natürlichen Erdboden verbunden ist. Hier müssen Sie selbst also nachhelfen.

 Bei einem Wurmkompost durchziehen also eigens eingebrachte Würmer den Abfall. Sie bilden eine Art Röhrensystem, was für einen effektiven Wasserabfluss und eine gute Durchlüftung des Kompost sorgt. Der Prozess der Herstellung dauert jedoch und kann mehrere Monate in Anspruch nehmen. Die Würmer des Komposters für die Wohnung sind im Fachhandel oder online erhältlich.

 Bedenken Sie, dass es die Würmer in einer Wurmkiste nicht zu warm mögen. Stellen Sie den Kompost daher nicht in die pralle Sonne.

Der Bokashi Eimer – die Alternative als Mini Komposter für den Balkon

Sogenannte Bokashi Eimer werden immer beliebter. In diesen Eimern sorgt eine Mischung aus Milchsäurebakterien, Hefen und Photosynthesebakterien für den Verfall des Kompostguts. Diese effektiven Mikroorganismen fermentieren und zersetzen organischen Abfall.

Die Fermentierung mit Hilfe eines Bokashi Eimers geht relativ zügig. Der gesamte Prozess ist nach knapp drei Wochen abgeschlossen. Dabei erfolgt die eigentliche Kompostierung ohne Sauerstoff.

Der Bokashi Eimer ist also im Gegensatz zu einem normalen Komposteimer komplett luftdicht. Neben dem zu zersetzenden Abfall werden in diesen Eimer Mikroorganismen in konzentrierter Form gegeben. Im Laufe der Zeit entsteht eine sauerkrautähnliche Gärmaße, die optisch den kompostierten Abfällen ähnelt.

Diese Maße ist jedoch noch zu konzentriert, um sie als Pflanzendünger einzusetzen. Daher muss die Masse mit Erde vermischt werden und ein paar Wochen lang nachrotten. Im Anschluss können Sie das Gemisch ganz einfach als Dünger verwenden.

Beachten Sie hier aber, dass die Fermentation mit der Kompostierung nichts zu tun hat. Somit entscheidet sich auch das fertige Endprodukt. Vor der eigentlichen Komposterde steht hier also die Rest-Gärmaße, welche erst wie genannt aufbereitet werden muss.

 Denn ist der Bokashi Eimer eine sinnvolle Möglichkeit, Küchenabfälle zu entsorgen und das  Ergebnis der Kompostierung überzeugt. Bokashi Eimer haben eine kompakte Größe und können somit selbst auf sehr kleinen Balkonen funktionell platziert werden. Richtig verwendet entstehen bei dem Zersetzungsprozess keine Gerüche.

Der Kleinkomposter

Neben diesen beiden Kompostern für den Balkon können Sie auf einem Balkon selbstverständlich auch einen klassischen Komposter einsetzen. Dieser muss für den Einsatz auf dem Balkon jedoch gewisse Kriterien erfüllen.

So muss der gewählte Komposter etwa unbedingt über einen Boden verfügen. Und dies ist nicht bei allen konventionellen Kompostern der Fall. Denn viele Gartenkomposter sind unten offen, damit auf einem Stellplatz im Garten Regenwürmer von unten in den Kompost gelangen können. Auf dem Balkon ist dies nicht möglich, hier sorgt ein fehlender Boden nur für unnötig viel Dreck und Schmutz.

Grundsätzlich können Sie auf einem Balkon auch einen kleinen Trommelkomposter aufstellen. Der Vorteil hier ist, dass sich der Kompost durch die Trommel einfach mischen lässt. Hier verrichten natürliche Mikroorganismen ihre Arbeit. Gegebenenfalls kann es sinnvoll sein, den Prozess mit Kompostbeschleunigern zu unterstützen.  

Bei Trommelkompostern kann es selbst bei vollständig geschlossenen Kompostern passieren, dass beim Drehen der Trommel Abfall und Flüssigkeit heraustropft. Daher ist es ratsam, den Balkon mit einer Unterlage zu schützen.  

Für Hobbyhandwerker – einen Komposter für den Balkon selber bauen

Unabhängig davon, ob Sie einen Kompost für den Balkon aus Holz, Stein oder Kunststoff bevorzugen, ist es möglich, einen kleinen Komposter selber zu bauen.

 Besonders einfach sind hier selbstgemachte Wurmkisten aus Holz. Aber auch Bokashi Eimer können relativ einfach selber gebaut werden.

Kompost auf dem Balkon – Vor- und Nachteile

Ein Kompost auf dem Balkon bringt Ihnen zahlreiche Vorteile. So leisten Sie mit einem eigenen Kompost Ihren Beitrag zum ökologischen Fußabdruck und unterstützen eine naturgemäße Entsorgung von natürlichen Abfällen.

Zudem sorgen Sie für einen angenehmen Lebensraum für Würmer und Mikroorganismen. Und – last but not least – sparen Sie Entsorgungskosten und stellen selbst einen äußerst wirkungsvollen Dünger für Gartenpflanzen und Gemüse her.

Aber wo Licht ist ist auch Schatten. Und dies ist auch bei einem Kompost auf dem Balkon der Fall. So kann es bei der Kompostierung unter Umständen zu Gerüchen kommen. Dies ist besonders dann der Fall, wenn falsch kompostiert und unpassendes Kompostgut verwendet wird. 

Dies stört dann nicht nur Sie selbst, sondern unter Umständen auch Ihre Nachbarn. Wir raten daher von einem vollständig geöffneten Kompost für den Balkon ab. Das gewünschte Modell sollte zumindest über einen Deckel verfügen.

Als besonders geruchsarm gelten hier Bokashi-Eimer, denn diese Eimer sind komplett geschlossen. Höchstens beim Öffnen des Eimers kann es kurz zu Gerüchen kommen.

Ein Kompost auf dem Balkon – so beschleunigen Sie die Kompostierung

Unabhängig davon, ob Sie für Ihren Kompost Mikroorganismen oder Würmer bevorzugen, können Sie selbst einiges dazu beitragen, um die Kompostierung zu beschleunigen.

Eine Möglichkeit ist etwa der Einsatz von sogenanntem Kompostbeschleuniger. Dieser kann ganz einfach mit natürlichen Zutaten (beispielsweise eine Mischung aus Wasser, Zucker und Hefe) selbst hergestellt werden.

Außerdem ist die Zerkleinerung von großem Kompostgut ratsam. Mit Ausnahme des Bokashi-Eimers ist außerdem die ausreichende Belüftung für den Zersetzungsprozess wichtig.  

Und auch Wärme beschleunigt die Kompostierung. Sogenannte Thermokomposter aus Plastik machen sich etwa das Prinzip Wärme zunutze. Sie sind doppelwandig mit einer Isolierschicht und halten die Wärme im Inneren des Komposts.

Kompost auf dem Balkon – das richtige Kompostgut

Das richtige Kompostgut für einen Kompost auf dem Balkon unterscheidet sich nicht von den erlaubten Abfällen für einen konventionellen Kompost im Garten. In den Balkonkompost dürfen Sie die folgenden Materialien füllen:

  • Pflanzenabfälle
  • Gartenabfälle
  • unbehandelte Schnittblumen
  • Küchenabfälle wie Obst und Gemüse
  • Küchenpapier
  • Pappe
  • Eier und Eierschalen

Das darf nicht in den Kompost auf dem Balkon:

  • gekochtes Essen
  • Katzenstreu
  • Fleisch und Fisch
  • Holz
  • Kohleasche
  • Südfrüchte
  • Glas, Metalle, Kunststoffe
  • Plastik
  • Windeln
  • Staubsaugerbeutel
  • Alle nicht organischen Abfälle

 Beim Bokashi Eimer sieht es jedoch etwas anders aus. Hier müssen Sie sich kaum Gedanken um die richtigen Abfälle machen. Hinein dürfen alle Essensabfälle, auch gekochte Speisen. In dem Eimer dürfen die folgenden Reste entsorgt werden:

  • Gemüse
  • Gekochtes
  • Nudeln und Reis
  • Brot
  • Kaffeesatz
  • Salatsauce
  • Milchprodukte
  • Citrus-Schalen
  • kleine Fleischabfälle
  • Kaffeesatz

Größere Knochen dürfen hingegen nicht in dem Eimer entsorgt werden.  

Der Selbstbau von einem Bokashi Eimer

Der Bokashi Eimer wird gerne dazu verwendet, um auf einem Balkon Kompost anzulegen. Denn das Prinzip ist simpel und er benötigt kaum Platz. Notfalls kann dieser sogar in der Küche aufgestellt werden.

Einen Bokashi-Eimer können Sie entweder kaufen oder selber bauen. Wenn Sie den Eimer selbst bauen, benötigen Sie zwei Plastik-Eimer mit Deckel (beispielsweise zwei kleine Mülleimer) und einen Ablaufhahn, der in ein zuvor gebohrtes Loch gesetzt wird.

Der Aufbau von einem Bokashi Eimer ist ideal für Anfänger der Balkonkompostierung geeignet. Alle  benötigten Materialien erhalten Sie im Baumarkt. Die Kosten für den selbstgebauten Bokashi Eimer sind sehr gering und bewegen sich zwischen 15,- Euro und 20,- Euro.

Beim Bau des Bokashi-Eimers gehen sie folgendermaßen vor:

-Schritt #1: Bohren eines Ablauflochs und Anbringen des Ablaufhahns

Bohren Sie mit einer Bohrmaschine dicht am Eimerboden ein Loch  in der Größe des Ablaufhahns. Eventuell ist es ratsam, eine Dichtung anzubringen. Verschrauben Sie den Ablaufhahn fest.

-Schritt #2: Den Eimer vorbereiten

Nun bohren Sie in den Boden des zweiten Eimers 30 bis 50 kleine Löcher. Dieser Eimer wird nun in den ersten Eimer eingesetzt. Damit eine komplette Luftdichtigkeit entsteht wird zusätzlich Isolierband verwenden.

-Schritt 3: Die Befüllung des Eimers

Nun wird der Balkonkomposter mit Abfällen befüllt. Je kleiner die Abfälle, desto schneller wird der Fermentierungsprozess beginnen. Drücken Sie die Abfälle mit einer Kelle an. Geben Sie eine kleine konzentrierte Menge effektiver Mikroorganismen und gegebenenfalls etwas Steinmehl hinzu. Verschließen Sie den Eimer mit einem Deckel.

Dieser Vorgang wird im Laufe der Zeit solange wiederholt, bis der Eimer komplett gefüllt ist. Über den Ablaufhahn kann überschüssige Flüssigkeit entweichen.

Wie lange dauert es, bis der Kompost fertig ist und wie kann ich ihn verwenden?

Bokashigut ist dann fertig, wenn es leicht säuerlich riecht. Zudem erkennen Sie die Reife daran, dass sich an der Oberfläche ein leichter weißer Belag bildet. Dies dauert in der Regel 14 bis 21 Tage.  

Und nicht nur das Gut aus dem Eimer kann als Dünger verwendet werden, auch die Flüssigkeit aus dem Eimer kann zum “Impfen” einer neuen Bokashi-Runde eingesetzt werden. Alternativ können Sie den Saft stark mit Wasser verdünnen (Verhältnis 1:100) und damit direkt Ihre Pflanzen düngen.

Der Saft ist relativ scharf, er kann also auch als natürlicher Abflussreiniger eingesetzt werden. Zum Trinken ist der Saft hingegen nicht geeignet.

Die Gärmaße selbst kann zusammen mit Pflanzenerde als idealer Nährboden für Gemüse und Pflanzen dienen.

Muss ich den Kompost für den Balkon im Winter gegen Frost schützen?

Damit die Zersetzungsprozesse im Kompost stattfinden können, bedarf es ein Minimum an Wärme. Frost hingegen stoppt den Zersetzungsprozess. Wenn Sie also auch in den Wintermonaten regelmäßig Kompost haben möchten, müssen Sie Ihren Kompost auf dem Balkon vor Frost schützen.

Sofern es sich um Temperaturen handelt, die nur leicht unter Null liegen, ist eine einfache Folie zum Schutz des Kompost vollkommen ausreichend. Manchmal reicht sogar die Hauswand als Wärmequelle.

Viele kleine Balkonkomposter sind außerdem für Innenräume geeignet. Sofern die Temperaturen weiter fallen, können Sie diese auch ein paar Tage in einem Innenraum stellen.

Wie lange dauert es, bis ein Kompost für den Balkon beziehungsweise der Komposter für die Terrasse voll ist ?

Das hängt immer mit dem Fassungsvermögen des Komposters und der Abfallmenge zusammen. Der Zersetzungsprozess beginnt aber in der Regel bereits mit der ersten Befüllung und hängt dann von vielen Faktoren ab. (Außentemperatur, Verwendung von Kompostbeschleuniger, etc.).

Muss ich den Kompost auf dem Balkon umsetzen?

Das Umsetzen von Kompost auf dem Balkon ist nicht zwingend erforderlich, aber beim herkömmlichen Komposter eine wichtige Maßnahme für schnelle Ergebnisse. 

Ist Kompost auf dem Balkon erlaubt?

Grundsätzlich ist ein Mini Komposter aus Holz genauso wie ein Mini Komposter für den Garten nicht verboten. Mieter sollten jedoch darauf achten, dass in ihrem Mietvertrag nicht ausdrücklich ein Verbot festgehalten ist. Auch sollte versucht werden, die Geruchsbelästigung wegen der Nachbarn so gering wie möglich zu halten.

Jasmin ist eine Expertin für Garten-, Balkon- und Terrassenmöbel sowie für kinderfreundliche Gartengestaltung bei Gartenpanda.de. Sie hilft unseren Lesern, gemütliche und funktionale Outdoor-Bereiche zu schaffen, die sowohl ästhetisch ansprechend als auch kindgerecht sind.

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