Teichpflanzen: Die 80 schönsten Pflanzen für Teiche [+Umfeld]

Mit der richtigen Pflanzenauswahl lässt sich aus einem ohnehin schon wunderbaren Teich ein kleines Paradies zaubern. Die Mischung aus Wasser und Pflanzen ist ein perfekter Lebenslauf für Insekten wie Schmetterlinge oder Libellen.

Bei der Zusammenstellung der Pflanzen und damit der grünen Gestaltung sind dem Teichbesitzer keine Grenzen gesetzt. Als Gartenbauingenieur kenne ich aber die Schwierigkeit, aus den hunderten, wenn nicht tausenden Schönheiten die richtigen herauszupicken. Oft stellt sich dann die Frage:

Welches sind die schönsten Teichpflanzen?

Die schönsten Teichpflanzen sind zunächst diejenigen, die einem am besten gefallen. Aus der Vielzahl an Arten lassen sich die schönsten Teichpflanzen mit etwas Mühe selber zusammenstellen. Hier sind jedoch einige wichtige Punkte zu beachten. Ein wesentlicher Punkt, der für alle gilt, ist der richtige Standort. Denn im Teich gibt es verschiedene Zonen.

Welche Zonen gibt es im Gartenteich?

Ob ein selber angelegter Folienteich oder eine gekaufte Teichschale – alle Gartenteiche bestehen aus verschiedenen Tiefenzonen. Am Teichrand gibt es die flache Uferzone und in der Mitte die Tiefwasserzone, die mindestens 90 bis 120 Zentimeter tief sein muss, wenn Fische im Teich überwintern sollen.

Die Zonen haben unterschiedliche Eigenschaften in Bezug auf zum Beispiel Wassertiefe, Wassertemperatur, Helligkeit oder Nährstoffanteile. So bietet jede Zone einen etwas anderen Lebensraum für Tiere und Pflanzen.

Die Pflanzen haben die große Aufgabe, das biologische Gleichgewicht im Wasser herzustellen beziehungsweise aufrechtzuerhalten. Nur so darf sich der Gartenbesitzer über einen gesunden Teich mit sauberem und klarem Wasser freuen.

Dem Anlegen und richtigen Bepflanzen der folgenden Tiefenzone kommt daher eine große Bedeutung zu:

Pflanzen für die Uferzone

Die Uferzone, auch Uferrand genannt, ist der äußere Bereich jeden Teichs und befindet sich außerhalb der eigentlichen Wasserfläche. Der Uferrand liegt außerhalb der Saug- oder Kapillarsperre und hat keinen direkten Kontakt zum Wasser. Die Pflanzen in der Uferzone wachsen dort wegen der hohen Luftfeuchtigkeit allerdings prächtig.

Unser Rat
Der Uferrand darf nicht zu steil angelegt werden, weil er sich sonst nur schwierig bepflanzen lässt, wenn nicht auf Böschungs- oder Ufermatten zurückgegriffen werden soll. Ein steiler Rand kann zudem eine tödliche Falle für kleine Tiere werden, die einmal in den Teich gefallen, nicht mehr herauskommen.

Für die äußere Uferzone eignen sich Gewächse, die Ableger bilden, ins Wasser hineinwachsen und ihm dann überschüssige Nährstoffe entziehen. Selbst Beetpflanzen sind geeignet. Mit der richtigen Auswahl und Mischung gelingt ein harmonischer Übergang zwischen Wasser und Land.

Die Uferzone hat die Besonderheit, dass sie nochmals in die Zonen A, B und C untergliedert wird. In der Zone A liegen die Feuchtzone, der feuchte Teichrand und das Sumpfbeet. Pflanzen im Sumpfbeet stehen in einer Wassertiefe zwischen null und zehn Zentimetern. Sie sind Flachwurzler und können teilweise dauerhaft unter Wasser stehen, wobei Blüten und Blätter immer oberhalb der Wasseroberfläche sind.

Die Feuchtzone ist die Heimat derjenigen Pflanzen, die einen Boden brauchen, der ständig nass ist, aber nur zeitweise unter Wasser steht, während die Gewächse am Uferrand keine Überflutung vertragen.

Frauenmantel am Ufer

Die besten und schönsten Pflanzen für die Zone A sind:

  1. Frauenmantel
  2. Funkie
  3. Geranie (Storchschnabel)
  4. Igelkolben
  5. Rote Gaucklerblume
  6. Schwanenblume
  7. Schwertlilie
  8. Sumpfdotterblume
  9. Taglilie
  10. Weidenröschen
  11. Wollgras
  12. Wasserminze
  13. Zyperngras

Die Zone B ist der Bereich im Teich, der durch Böschungsmatten gesichert wird. Die Matten kommen immer dann zum Einsatz, wenn die Ufer steil sind und sich schlecht bepflanzen lassen. Sie schützen zudem die Teichfolie und lassen den Teichrand natürlich aussehen.

In der Zone B sind Gräser oder Moose zu Hause, ebenso Gewächse, die wechselnde Wasserstände gut vertragen und Ausläufer bilden.

Baldrian am direkten Teichrand

Die besten und schönsten Pflanzen für die Zone B sind:

  1. Bach-Ehrenpreis
  2. Bachbunge
  3. Baldrian
  4. Blutweiderich
  5. Fieberklee
  6. Fiederpolster
  7. Gelbe Gaucklerblume
  8. Morgenstern-Segge
  9. Münzkraut
  10. Pfennigkraut
  11. Schachbrettblume
  12. Sumpfdotterblume
  13. Sumpfkalla
  14. Sumpfschafgarbe
  15. Sumpfblutauge
  16. Sumpfvergissmeinnicht
  17. Sumpf-Mädesüß
  18. Sumpf-Ziest
  19. Ufersegge
  20. Wasserfenchel

Im Teichhintergrund liegt die Zone C, in der die Pflanzen keinen Kontakt zum Wasser haben. Hier sind anspruchslose Gesellen wie der Bambus eine schöne Pflanze. Bambus wächst allerdings stark und es muss eine Wurzelsperre zum Teich geben, auch um Beschädigungen zu vermeiden.

Bambus im Teichhintergrund

Für den Teichhintergrund, die Zone C eignen sich:

  1. Bambus
  2. Bittersüßer Nachtschatten
  3. Hechtkraut
  4. Perlfarn
  5. Schlangen-Knöterich
  6. Schilfrohr
  7. Schmalblättriger Rohrkolben
  8. Wiesenraute
  9. Zottiges Weidenröschen

Pflanzen für die Sumpfzone

Die Sumpfzone umfasst etwa ein Drittel der gesamten Teichfläche und bildet den äußeren Teichring. Sie ist ungefähr zehn bis 30 Zentimeter tief und mindestens ebenso 30 Zentimeter breit. Die Sumpfzone steigt zum Teichrand langsam an. Folgende Pflanzen sind empfehlenswert:

  1. Bachbunge
  2. Laichkraut
  3. Froschlöffel
  4. Schwimmfarn
  5. Sumpfkalla

Pflanzen für die Flachwasserzone

Die 20 bis 50 Zentimeter tiefe Flachwasserzone ist die Zone, die mit ihren Pflanzen den Teich im biologischen Gleichgewicht hält. Diese Pflanzen wurzeln im Teichboden, ihre Überwasserblätter und Stängel liegen dabei deutlich über der Wasseroberfläche. Außerdem haben Sie Unterwasserblätter.

Schöne Pflanzen für die Flachwasserzone sind:

  1. Froschlöffel
  2. Hechtkraut
  3. Igelkolben
  4. Kalmus
  5. Nadelsimse
  6. Pfeilkraut
  7. Rohrkolben
  8. Schwanenblume
  9. Schilfrohr
  10. Tannenwedel
  11. Teichsimse
  12. Wasserfeder
  13. Wasserminze
  14. Wasserähre
  15. Zwerg-Rohrkolben

Tiefwasserzone

Seerose in Tiefwasserzone

Die Tiefwasserzone beginnt ab circa 50 Zentimeter und reicht bei großen Teichen in eine Tiefe von zwei Metern und mehr. Sie ist im Winter Rückzugsort für Fische, die dort ihre Winterruhe abhalten. Die Fische benötigen jedoch eine Tiefe von mindestens 90 bis 120 Zentimeter, in der das Wasser im Winter nicht gefriert.

Da es in der Tiefenzone kälter und dunkler ist, stehen weniger Pflanzen zur Auswahl. Beliebt sind:

  1. Froschbiss
  2. Seerose
  3. Teichrose
  4. Wasserhyazinthe

Neben den Tiefenzonen und ihren typischen Pflanzen gibt es noch Unterwasserpflanzen und Schwimmblattpflanzen

Unterwasserpflanzen in der Tiefwasserzone

Unterwasserpflanzen sind unscheinbar, aber in jedem Teich sozusagen eine Lebensversicherung. Die meist frei im Wasser schwebenden Gewächse produzieren das ganze Jahr über Sauerstoff und verbrauchen damit viele überschüssige Nährstoffe.

Die besten Unterwasserpflanzen sind:

  1. Hornblatt
  2. Nadelkraut
  3. Quellmoos
  4. Wasserfeder
  5. Wasserpest
  6. Wasserhahnenfuß

Im Gegensatz zu Unterwasserpflanzen wurzeln Schwimmblattpflanzen nicht im Teichboden, sondern haben Wurzelstöcke, die im Wasser treiben. Diese Vertreter spenden dem Teich Schatten, und das Wasser heizt sich nicht so schnell auf. Die großen Blätter nehmen viele Nährstoffe auf und sind beliebte Verstecke bei Fischen, Wasserschnecken oder Libellenlarven.

Die meisten einheimischen Schwimmblattpflanzen sind zudem sehr anspruchslos, breiten sich dadurch allerdings rasch aus und müssen regelmäßig zurückgeschnitten oder im Notfall ganz aus dem Wasser genommen werden. Nicht alle Arten sind zudem winterhart, wie übrigens alle exotischen Arten.

Schwimmfarn in der Schwimmpflanzenzone

Die schönsten Schwimmblattpflanzen sind:

  1. Krebsschere
  2. Froschbiss
  3. Schwimmfarn
  4. Sternlebermoos
  5. Wasserlinse
  6. Wassernuss
  7. Zwergseerose

Bei den exotischen Schwimmblattpflanzen eignen sich:

  1. Muschelblume
  2. Moosfarn
  3. Wassersalat
  4. Wasserhyazinthe

Die Wasserhyazinthe steht allerdings seit 2016 auf der europäischen Liste der invasiven Arten, darf somit nicht eingeführt, gehandelt oder gezüchtet werden.

Die aus Brasilien stammende Pflanze kann unter günstigen Bedingungen Teiche vollkommen zuwuchern.

Wer sich viel Mühe bei der richtigen Pflanzenauswahl sparen möchte, greift auf Sortimente zurück. Damit sind Teichbesitzer auf der sicheren Seite und haben das ganze Jahr über blühende Pflanzen am heimischen Teich.

Welche Pflanzen produzieren Sauerstoff?

Auch in einem Gartenteich ist Sauerstoff die Grundlage jeglichen Lebens. Ohne Sauerstoff können keine Fische und andere Tiere im Teich überlebe. Ohne ausreichenden Sauerstoff übernehmen Algen das Regiment im Wasser – der Teich kippt, wird grün oder trüb, und nimmt den anderen Teichbewohner quasi die Luft zum Atmen.

Ein Teich ohne Fische ist wie ein Schwimmbad ohne Wasser. Wer gerne Fische hat und sie beobachtet, sollte ihnen beste Lebensbedingungen bieten. Daher ist es wichtig, Wasserpflanzen im Teich zu haben, die Sauerstoff produzieren. Diese Pflanzen nehmen andererseits viele Nährstoffe auf und sorgen so für sauberes Wasser, da sie den Algen diese Nährstoffe wegnehmen.

Sollte dein Teich nicht mehr die gewünschte haben, dann lies hier: Einen trüben Teich wieder klar bekommen

Beachte!
Lediglich Unterwasserpflanzen liefern Sauerstoff. Hier wird die Auswahl so getroffen, dass die Pflanzen über das ganze Jahr hinweg Sauerstoff ins Wasser abgeben.   

Im Sommer und Herbst sind Wasserpest und das schwimmende Laichkraut im Einsatz, der Wasser-Hahnenfuß ist ein fröhlicher Sauerstoffproduzent im Frühling und im Winter. Weitere Produzenten sind Wasserschwertlilien, Wassernabel, Tannenwedel, Hornblatt oder das Sumpfvergissmeinnicht.

Eine besondere Unterwasserpflanze ist das Quellmoos, das zwar immer ein leicht bewegtes Wasser braucht, dafür aber rund um das Jahr Sauerstoff liefert. 2006 wurde es deshalb als Moos des Jahres ausgezeichnet.

Wie viele Pflanzen dürfen in den Teich?

Wie viel Pflanzen pro Quadratmeter Wasserfläche maximal eingesetzt werden sollen, kann nicht pauschal beantwortet werden. So kann allein eine einzige Seerose einen ganzen Quadratmeter in Beschlag nehmen. Als Anhaltspunkt gilt, dass höchstens zwei Drittel des Wassers bedeckt sein dürfen, beziehungsweise, dass zwei bis drei Pflanzen pro Quadratmeter leben sollten.

Und es sollen mindestens so viele Pflanzen im Teich sein, dass sie das Wasser sauber und klar halten. Das heißt, die Pflanzen müssen in der Lage sein, ausreichend Sauerstoff zu produzieren und sämtliche überschüssige Nährstoffe zu verbrauchen.

Wann kommen Pflanzen in den Teich?

Die ideale Pflanzzeit ist zwischen März und Juni, wenn die Temperaturen angenehm sind und die Sonne länger scheint. Schwimmpflanzen, vor allem exotische Arten, sind im Handel erst ab April oder Mai erhältlich.

Zuerst werden die tiefsten Stellen im Teich bepflanzt, um sich von dort Richtung Ufer vorzuarbeiten. Bei neuen Teichen wird erst nach etwa vier bis sechs Wochen gepflanzt, wenn sich im Wasser ausreichend Kohlenstoffdioxid gebildet hat.

Wie werden Teichpflanzen am besten eingesetzt?

Als Landschaftsgärtner rate ich dazu, die Wasserpflanzen für tiefere Zone in dafür vorgesehene Pflanzkörbe zu setzen. Sie werden einfach vom gekauften Topf umgesetzt und mit ein paar Kieselsteinen beschwert. Das hat den Vorteil, dass das Substrat nicht ausgeschwemmt wird. In die Körbe sollte keine zusätzliche Erde, da diese zu viele Nährstoffe enthält.

In den Körben wuchern die Pflanzen nicht so stark und können jederzeit aus dem Wasser herausgenommen, wenn der Teich zum Beispiel gereinigt wird.

Sumpf- oder Uferpflanzen kommen direkt in den Teichboden. 

Müssen Teichpflanzen gepflegt werden?

Sind die Pflanzen in Körben in den Teich gesetzt worden, sparen sich die Teichbesitzer viel Arbeit. In den Körben wuchern die Pflanzen nicht so stark und müssen weniger zurückgeschnitten werden.

Gräser werden im Frühjahr bis auf fünf Zentimeter oberhalb der Wasseroberfläche eingekürzt. Im Sommer werden stark wachsende Unterwasserpflanzen reduziert.

Während der gesamten Teichsaison werden zudem welkende oder abgestorbene Pflanzenteile entfernt.

FAQ

Sind Wasserpflanzen winterhart?

In der Regel sind alle einheimischen Pflanzen für den Teich winterhart. Nicht winterhart sind dagegen subtropische Schwimmpflanzen wie der Gemeine Schwimmfarn, die Muschelblume oder der Wassersalat. Diese Arten wohnen im Winter im warmen Aquarium.

Wo kann man Pflanzen für den Teich kaufen?

In Gärtnereien, Gartencentern oder zum Teil in Baumärkten gibt es mittlerweile ein großes Sortiment an Teichpflanzen. Der Kauf vor Ort hat den Vorteil, dass man sich beraten lassen kann, welche Pflanzen und wie viele Pflanzen zum eigenen Teich passen.
Online-Shops wie Amazon oder Idealo bieten normalerweise eine größere Pflanzenauswahl, als die Händler vor Ort. Am besten aufgehoben ist man beim Fachversand, wo die Pflanzen nach Wasserzonen gelistet sind. Aber auch Sets sind erhältlich.

Thomas Ringhofer ist Diplomingenieur (FH) im Bereich Gartenbau und ausgebildeter Landschaftsgärtner mit einem umfangreichen fachlichen und handwerklichen Know-how. Als Redaktionsleiter und gelernter Redakteur kann Thomas Ringhofer auf eine vielseitige und langjährige Erfahrung bei verschiedenen Tageszeitungen und im privaten Hörfunk in den unterschiedlichsten Themenbereichen zurückgreifen. Aktuell ist er als Angestellter im öffentlichen Dienst unter anderem verantwortlich für die Pressearbeit. Seit rund zehn Jahren verfasst Thomas Ringhofer darüber hinaus für verschiedene Magazine und Websites Berichte und Artikel, unter anderem für Gartenpanda.de.

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