Kompost verrottet nicht – 10 Gründe (mit 5 hilfreichen Tipps)

Kompost im Garten ist ein wertvoller natürlicher Dünger. Er enthält viele für die Pflanzen wichtige Nährstoffe und verbessert zudem die Qualität des Bodens.

Durch das Kompostieren wird der Biomüll vor Ort verwertet. Das ist gut für die Umwelt, weil es den Einsatz von Kunstdünger und anderen Chemikalien reduziert.

So weit so gut. Manchmal klappt es aber mit der Kompostierung nicht wie gewünscht. Die Abfälle liegen einfach nur herum und wollen nicht verrotten.

Wenn es ganz schlimm kommt, fängt der Komposthaufen sogar an zu stinken und zu faulen. Das ist jedoch kein Grund zur Panik.

In der Regel lässt sich das Problem relativ leicht lösen, wenn Sie erst einmal die Ursache erkannt haben. In unserem Ratgeber nennen wir Ihnen mögliche Gründe, warum der Kompost nicht verrottet und erklären, was Sie tun können.

1. Zu wenig Kompostwürmer

Kompostwürmer hinzufügen

Zum Thema Kompost gibt es viel zu sagen. Beispielsweise erfordert die richtige Kompostierung Erfahrung und Fingerspitzengefühl. Einer der häufigsten Gründe, warum das Verrotten des Materials länger als normal dauert, sind zu wenige Kompostwürmer.

Das sind spezielle Unterarten von Regenwürmern, die Biomüll in fertigen Kompost umwandeln. Neben Mikroorganismen und anderen Kleintieren sind Kompostwürmer maßgeblich an der Kompostierung beteiligt.

Sie fressen organisches Material und scheiden eine Substanz aus, die Wurmhumus genannt wird. Sie enthält für die Pflanzen wichtige Nährstoffe und ist ein wichtiger Bestandteil der Komposterde.

Warum es im Komposthaufen zu wenig Kompostwürmer gibt, kann mehrere Gründe haben. Bei einer neu angelegten Kompostmiete dauert es eine geraume Zeit, bis die im Boden lebenden Tiere ihren Weg in den Komposthaufen gefunden und sich vermehrt haben.

Bei existierenden Komposthaufen kann es sein, dass die Würmer keine guten Bedingungen vorfinden und sich deshalb nicht vermehren. Sie mögen ein leicht basisches Milieu, das weder zu trocken noch zu nass sein sollte und natürlich genügend zerkleinerten Biomüll als Nahrung.

Lösung des Problems

  • Schaffen Sie gute Bedingungen für die Kompostwürmer.
  • Kaufen Sie Kompostwürmer im Fachhandel und setzen Sie die Tiere noch am selben Tag auf dem Komposthaufen aus.
  • Pro Kubikmeter (450 l) Kompost genügen 1.000 Exemplare. Am besten kaufen Sie die Würmer im örtlichen Fachhandel. Alternativ können Sie die Würmer auch online bestellen.

2. Zutaten wurden nicht zerkleinert

Strauchschnitt häckseln

Damit die organischen Abfälle, die auf den Komposthaufen geworfen werden, letztendlich zu wertvollen Dünger werden, müssen die Kompostwürmer und ihre unzähligen Kollegen harte Arbeit verrichten. Die groben Bestandteile des Abfalls benötigen deutlich länger zum Verrotten als feineres Material.

Das trifft besonders dann zu, wenn sie in größeren Mengen auf einmal kompostiert werden sollen. Im schlimmsten Fall kann der Prozess sogar zum Stillstand kommen.

Lösung des Problems

  • Grobes Material wie Strauch- oder Heckenschnitt mit dem Häcksler zerkleinern. Ideal sind Stücke mit einer Länge von 5 – 10 cm.
  • Nicht zu viel grobes Material auf einmal auf den Komposthaufen werfen. Halten Sie es zurück und mischen Sie es nach und nach unter.

3. Zutaten wurden nicht vermischt

bunt mischen

Die Kompostierung läuft dann am besten ab, wenn der Biomüll möglichst gut durchmischt wird. Er sollte sowohl grobes als auch feines Material als auch feuchte und trockene Abfälle enthalten. Nur die Mischung von Material mit gegensätzlichen Eigenschaften bietet optimale Bedingungen für die Kompostierung.

Lösung des Problems

  • Mischen Sie die Abfälle bereits vor dem Deponieren auf dem Komposthaufen. Wenn Sie viele nasse Abfälle wie zum Beispiel Rasenschnitt haben, mischen Sie trockenes, grobes Material wie beispielsweise Strauchschnitt oder trockenes Laub darunter.
  • Setzen Sie den Komposthaufen um. Dabei kommen die obersten Schichten nach unten und umgekehrt. Die Nahrung der Kompostwürmer wird gleichmäßig verteilt und das Substrat aufgelockert und belüftet.

4. Falsche Zutaten

Wenn es mit der Kompostierung nicht vorangehen will, liegt es oft daran, dass Sie die falschen Dinge auf den Komposthaufen werfen. Es handelt sich nämlich nicht um eine Biotonne, in die Sie alles werfen können, solange es sich um Biomüll handelt.

Zu den Dingen, die nichts im Komposter verloren haben, gehören zum Beispiel Kehricht, der Inhalt des Staubsaugerbeutels, Steine, große Holzstücke, Kohlenasche oder in Folie verpackte Abfälle. All das verrottet nicht und bremst die Kompostierung.

Schalen von Zitrusfrüchten in größeren Mengen machen die Komposterde sauer, Das mögen Kompostwürmer nicht.

Kranke Pflanzenteile und samentragende Unkräuter können sich weiter verbreiten.

Lösung des Problems

  • Vorsortierung der Abfälle
  • Wenn Sie Kinder haben, können Sie die Gelegenheit nutzen und ihnen zeigen, was auf den Komposthaufen gehört und was nicht.

5. Kompostbeschleuniger wird nicht verwendet

Industriell produzierte Kompostbeschleuniger sind flüssig oder in Pulverform erhältlich. Sie sind mit nährstoffreichem Material angereichter und stimulieren das Wachstum der Mikroorganismen.

Kompostbeschleuniger sollte in Maßen (nicht Massen) dem Komposthaufen zugesetzt werden.

Lösung des Problems

Sie können Präparate kaufen oder natürliche Kompostbeschleuniger selbst herstellen. Das Rezept ist einfach:

  • 1 Würfel frische Hefe
  • 500 Gramm Zucker
  • 1 Eimer mit lauwarmem Wasser

Die Herstellung geht schnell. Nehmen Sie 1-2 l lauwarmes Wasser und lösen Sie die Hefe darin auf. Schütten Sie den Mix in den Eimer und füllen Sie lauwarmes Wasser auf.

Geben Sie den Zucker dazu und rühren Sie solange, bis er sich vollständig gelöst hat. Die Mischung füllen Sie in eine Gießkanne und gießen damit den Komposthaufen.

6. Standort falsch gewählt

Manchmal klappt es mit der Kompostierung nicht, wenn der Komposter am falschen Platz steht. In der prallen Sonne kommt die Kompostierung zum Erliegen, da bei zu hohen Temperaturen die Kleinlebewesen absterben oder flüchten.

An einem schattigen Standort kann es dagegen zu kühl sein. Die Verrottung dauert zu lange.

Lösung des Problems

Am besten ist ein halbschattiger Standort. Nötigenfalls den Kompost abdecken oder für Schatten sorgen.

7. Zu viel Material einer Sorte

Der zur Kompostierung vorgesehene Biomüll sollte möglichst bunt gemischt sein. Grobes und feines, trockenes und feuchtes Material ergeben ein ideales „Futter“.

Die Kleinlebewesen bevorzugen eine abwechslungsreiche Kost. Dann vermehren sie sich rasant und produzieren schnell den benötigten Kompost.

Lösung des Problems

Wenn größere Mengen desselben Materials auf einmal anfallen (beispielsweise beim Rasenmähen, Heckenschneiden oder das Herbstlaub), kompostieren Sie nicht alles auf einmal, sondern trocknen etwas und heben es für später auf. Mischen Sie etwas Kompostbeschleuniger unter.

8. Äste und Zweige wurden nicht gehäckselt

Bevor sie auf den Komposthaufen geworfen werden, sollten größere Holzstücke mit dem Gartenhäcksler in 5 – 10 cm lange Stücke zerkleinert werden. So verrotten sie wesentlich schneller.

Lösung des Problems

Wenn in Ihrem Garten nur wenig Strauchschnitt anfällt, lohnt sich ein Gartenhäcksler nicht. Solche Geräte können Sie sich online oder im Baumarkt aber auch leihen.

Alternativ legen Sie mit den Nachbarn zusammen und schaffen sich gemeinsam einen Häcksler an.

9. Chemisch belastete Abfälle

Schalen von Zitrusfrüchten, Bananenschalen und Schnittblumen aus dem Supermarkt sind mit Pestiziden und Pflanzenschutzmitteln belastet. Das vertreibt die empfindlichen Kompostwürmer und verlangsamt somit die Verrottung.

Lösung des Problems

Größere Mengen solcher Abfälle gehören in die Biotonne, nicht auf den Komposthaufen. Kleine Mengen oder Schalen von Biofrüchten sind unbedenklich, ebenso wie Blumensträuße aus dem Garten.

10. Schlechter Komposter

Bei geschlossenen Kompostbehältern sind mitunter die Lüftungsöffnungen zu klein. Der Inhalt kann faulen oder schimmeln, besonders bei kühler Witterung. Mitunter ist der Komposter auch zu klein.

Lösung des Problems

Entweder zusätzliche Lüftungsöffnungen schaffen oder neuen, besseren bzw. größeren Komposter kaufen oder bauen.

Kompost schneller verrotten lassen – Unsere 5 Geheimtipps

Es gibt eine ganze Reihe von Methoden, die Sie anwenden können, um die Kompostierung zu beschleunigen. Die meisten von ihnen laufen daraus hinaus, entweder den Lebewesen im Komposter günstigere Bedingungen zu bieten, so dass sie sich schneller vermehren und somit die Abfälle schneller kompostieren oder aus dem Kompost unerwünschte Dinge entfernen (beispielsweise zuviel Feuchtigkeit).

1. Das Drei-Behälter-Prinzip

Dieser Trick erinnert ein wenig an die Dreifelderwirtschaft des Mittelalters. Damals wurden 2 Felder bestellt und das dritte lag brach, um sich zu erholen. Dadurch konnten die Erträge um ca. 20 Prozent gesteigert werden.

Auch beim Drei-Behälter Prinzip der Kompostierung verläuft der Prozess erheblich schneller als wenn nur ein einzelner Behälter verwendet werden würde. Anstatt eines Behälters, in dem Sie alle Abfälle sammeln, verwenden Sie 3 Stück:

  • Behälter Nr.1: Darin werden die frischen Abfälle deponiert. Sie können sich setzen und überschüssige Feuchtigkeit kann abfließen. Im Behälter setzt die Vorrotte ein.
  • Behälter Nr. 2: Er enthält den halbfertigen Kompost. In diesem Behälter findet die Heißrotte statt. Das ist die intensivste Phase der Kompostierung. Mitunter können die Temperaturen bis zu +70 Grad Celsius erreichen.
  • Behälter Nr.3: Im dritten Behälter läuft die Nachrotte ab. Das heiße Substrat kühlt sich langsam ab, bis der fertige Kompost im Garten verwendet werden kann.

Die Arbeitsweise ist einfach. Sie verwenden den Kompost im Garten und leeren Behälter Nr. 3. Danach schaufeln Sie den Inhalt des 2. in den 3. Behälter und die frischen Abfälle aus dem 1. in den 2. Behälter.

Der erste Behälter wird erneut mit Abfällen gefüllt. So erhalten Sie ständig genügend Kompost im Garten.

Achten Sie darauf, den Komposthaufen nicht zu groß anzulegen. Die optimale Größe ist 1 Kubikmeter. Größere Mengen werden schlecht durchlüftet. 

Anstelle von 3 kleineren Kompostern können Sie auch einen großen selbst bauen und in 3 Kammern unterteilen.

2. Bentonit verwenden

Bentonit ist eine Mischung aus verschiedenen Tonmineralien. Die Substanz wird im Gartenbau als Mittel zur Bodenverbesserung verwendet.

In leichten Sandböden erhöht Bentonit die Kapazität zur Wasserspeicherung. Gleichzeitig hält das Präparat Nährstoffe zurück, indem es sie bindet und nur langsam freisetzt.

Auf diese Art werden die Pflanzen kontinuierlich mit Nährstoffen versorgt. Im Kompost hat Bentonit ebenfalls positive Wirkungen.

Mikroorganismen verkleben die Tonminerale des Bentonits mit Huminsäuren zu sogenannten Ton-Humus-Komplexen. Das verleiht der fertigen Komposterde eine feine, krümelige Struktur.

Der Boden wird locker und gut durchlüftet. Im Komposthaufen bindet Bentonit überschüssiges Wasser. Dadurch verhindert er, dass nasse Abfälle zu faulen beginnen.

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Wenn Sie frischen Kompost im Garten angelegt haben, sollten Sie einmalig etwas Bentonit zusetzen. Übrigens wird Bentonit auch als Heilerde zur Entgiftung des Darms verwendet.

Dafür aber bitte nicht Bentonit aus dem Baumarkt verwenden. Das Präparat für medizinische Anwendungen wird in Drogeriemärkten angeboten! 

3. Komposthaufen neu ansetzen

Wenn keine andere Maßnahme Erfolg zeigt, bleibt Ihnen nichts anderes übrig, als den Komposthaufen neu anzusetzen. Legen Sie als unterste Lage eine Schicht aus Strauchschnitt und anderen groben Material als Drainage.

Alles muss gründlich gemischt werden. Zerkleinern Sie grobe Stücke und mischen Sie trockenes Material unter die feuchten Abfälle. Etwas alter Kompost dient als „Booster“ für die Kompostierung.

Geeignet sind zum Beispiel:

  • trockenes Laub
  • Sägespäne aus unbehandeltem Holz
  • Strauchschnitt
  • verbrauchte Blumenerde
  • zerrissene Eierkarton

Durch das Umschichten belüften Sie außerdem das Substrat und versorgen Mikroorganismen und Kleintiere mit dem lebensnotwendigen Sauerstoff. Bei dieser Gelegenheit können Sie auch etwas Bentonit und Kompostbeschleuniger zur Mischung geben.

Beide Substanzen, Kompostbeschleuniger und Bentonit, sind keine Wundermittel! 

Sie können grundlegende Fehler bei der Kompostierung nicht ausgleichen und sollten nur sparsam und nach den Vorgaben des Herstellers eingesetzt werden.

4. Richtiges Verhältnis von Kohlenstoff und Stickstoff

Unterschiedliche Stoffe, die auf den Komposthaufen geworfen werden, besitzen unterschiedliche Nährstoffe. Holz und verholzte Pflanzenteile enthalten viel Kohlenstoff. Das ist relativ abbauresistentes Material.

Anders ausgedrückt ist es für die Mikroorganismen nur schwer verdaulich. Sie benötigen Stickstoff, damit Biomüll zu Humus kompostiert werden kann.

Der ist in hohen Anteilen in Grünschnitt und Rasenschnitt enthalten. Reiner Strauchschnitt oder Stroh verrottet nur schlecht, weil sie zu wenig Stickstoff enthalten.

Reiner Grünschnitt oder Rasenschnitt bereitet jedoch ebenfalls Probleme. Es verrottet schlecht, weil das Material kompakt und schlecht durchlüftet ist und viel Feuchtigkeit enthält.

Es neigt zur Fäulnis. Die Lösung liegt auf der Hand: Trockenes Material mit viel Kohlenstoff mit feuchtem Material mit viel Stickstoff gut mischen. Die Mikroorganismen erhalten „Futter“, das viele Nährstoffe enthält und nicht zu nass ist.

5. Komposthaufen befeuchten

Kompost befeuchten

Damit die Kompostierung gut ablaufen kann, muss das Material genügend Feuchtigkeit enthalten. Erfahrene Gärtner sagen, gute Komposterde sollte so feucht wie ein ausgedrückter Schwamm sein.

Während einer längeren Dürreperiode kann es daher durchaus sinnvoll sein, ein paar Liter Wasser auf den Komposthaufen zu gießen. Ein ebenso guter Tipp ist das Abdecken des Komposthaufens.

Verwenden Sie dazu Laub oder Grünschnitt. Letzteres Material können Sie dadurch gleichzeitig vortrocknen. Dadurch lässt es sich leichter kompostieren.

Alternativ können Sie auch Matten aus Stroh oder Schilf oder Vlies benutzen. Durch das Abdecken wird die Verdunstung reduziert. Bei anhaltendem Frost dient das Material als wärmende Decke, die verhindert, dass der Komposthaufen zu stark auskühlt.

Das zur Abdeckung benutzte Material muss luftdurchlässig sein. Beim Einsatz von Kunststofffolie wird der Luftaustausch behindert. Der Komposthaufen kann anfangen zu faulen oder zu schimmeln.

Juli ist begeisterter Gärtner, der seine Liebe zu Pflanzen zu seinem Beruf gemacht hat. Er arbeitet seit über 5 Jahren in der Gartenbaubranche und hat sich einen Ruf als einen sachkundigen Experten auf diesem Gebiet erarbeitet. Wenn er nicht gerade Kunden berät oder Artikel schreibt, kann man Juli in seinem eigenen Garten beobachten. Er liebt nichts mehr, als einen sonnigen Tag im Freien zu verbringen, umgeben von seinen geliebten Pflanzen.

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