Kompost einarbeiten: Warum, Wann und Wie man Kompost einarbeitet

Kompost ist ein ausgezeichneter Dünger, der eine Vielzahl von positiven Eigenschaften besitzt. Damit die Nährstoffe den Pflanzen zu Gute kommen, muss die Komposterde angemessen dosiert und richtig eingearbeitet werden. Dabei kommt es auf Fingerspitzengefühl und Erfahrung an. In diesem Artikel erhalten Sie wertvolle Tipps zu diesem Thema und erfahren, wie Sie Kompost zielgerichtet einarbeiten können, wo er benötigt wird.

Warum Kompost eingearbeitet werden muss

Komposterde wird von Gärtnern hoch geschätzt, weil sie nicht nur zu den besten organischen Düngemitteln überhaupt gehört, sondern auch die Struktur des Bodens verbessert. Sie lockert ihn beispielsweise auf, schafft eine krümelige Struktur, sorgt für eine bessere Durchlüftung und verbessert die Speicherkapazität für Wasser.

Die in der Komposterde enthaltenen Nährstoffe werden langsam abgegeben und gewährleisten eine kontinuierliche und gleichmäßige Versorgung der Pflanzen. Nicht umsonst wird sie mitunter auch Gärtnergold genannt.

Wenn Sie hochwertige Komposte verwenden, sollten Sie allerdings beachten, dass es sich um ein lebendes Substrat handelt. Wollen Sie mit der Komposterde fruchtbaren Boden erhalten, kommt es darauf an, ob Sie frischen Kompost oder reifen Kompost benutzen.

Je nach dem Reifegrad muss die Komposterde mehr oder weniger tief in unterschiedlicher Menge pro Quadratmeter eingearbeitet werden. Wird die organische Substanz nicht richtig eingearbeitet, verfehlt sie ihre Wirkung.

Zu tief im Boden kann es vorkommen, dass Frischkompost anfängt zu gären oder gar zu faulen. Liegt reifer Kompost auf der Oberfläche, werden Nährstoffe ausgewaschen und kommen den Pflanzen nicht zu Gute.

Ein weiterer Punkt ist, dass Komposterde ein kostbares Gut ist, dessen Herstellung lange dauert und viel Arbeit macht. Wenn Sie Kompost im Garten verwenden, sollten Sie das so tun, dass er den größtmöglichen Nutzeffekt erzielt.

Wann erfolgt die Einarbeitung des Komposts?

Sie können den Boden während der gesamten Vegetationsperiode mit dem ausgezeichneten organischen Dünger versorgen. Es gibt keine vorrangige Anwendung, gleich ob bei der Pflanzung, in der Wachstumsphase oder im Herbst. Jeder Zeitpunkt hat seine Vor- und Nachteile.

Anwendung im Frühjahr

  • Der reife Kompost ist ein guter Dünger zum Start des Wachstums.
  • Durch die Winterruhe ist die Komposterde gut abgelagert und nicht ausgewaschen
  • Das kompostierte Material kann frisch eingearbeitet werden
  • Das Material muss im zeitigen Frühjahr eingearbeitet werden, sobald die obere Erdschicht nicht mehr gefroren ist.
  • Das Substrat kann Schädlinge und Krankheitskeime enthalten, die im warmen Milieu des Komposters den Winter gut überstanden haben.
  • Die Komposterde vom letzten Winter ist fester als frische.

Die Pflanzen im Frühjahr werden gezielt und punktuell mit Komposterde gedüngt.

Anwendung im Herbst

  • Das Kompostmaterial steht den Pflanzen im Frühjahr zu Beginn der Wachstumsperiode sofort zur Verfügung.
  • Im Substrat enthaltene Schädlinge und Keime werden durch die winterliche Kälte abgetötet.
  • Durch den Frost wird die Komposterde krümelig.
  • Grobe Bestandteile werden beim Gefrieren und Auftauen aufgesprengt, wodurch die Komposterde locker wird.
  • Die Bodenfeuchtigkeit ist im Herbst höher. Das kann zur Fäulnis des Komposts führen.
  • Starke Niederschläge können die Nährstoffe auswaschen.
  • Nährstoffe können sich in Senken ablagern und dort den Boden übersättigen.
  • Die Samen vieler Unkräuter keimen bereits im Herbst. Dadurch entziehen sie den Nutzpflanzen wichtige Nährstoffe.

Im Herbst werden hochwertige Komposte eher zur Flächendüngung im gesamten Garten eingesetzt.

Aussieben des Komposts vor dem Einarbeiten

Kompost sieben

Das Aussieben des Komposts gehört zur Vorbereitung auf das Ausbringen. Durch das Aussieben wird die Struktur des Komposts positiv beeinflusst. Er wird krümeliger und feinkörniger.

Dadurch kann er besser von den zarten Jungpflanzen aufgenommen werden. Für Pflanzungen von Stauden, Sträuchern oder Rosen kann Komposterde auch ungesiebt genommen werden, vorausgesetzt sie enthält nicht zu viele grobe Bestandteile.

Falls Sie zum Aussieben ein flaches Kompostsieb benutzen, können Sie die Korngröße des Komposts durch den Anstellwinkel beeinflussen. Je steiler das Sieb aufgestellt wird, umso feiner wird die gesiebte Komposterde.

Mehrmaliges Sieben sorgt ebenfalls für eine feinere Struktur.

Richtige Dosierung des Komposts

Die Frage, wie viel Kompost pro Quadratmeter eine angemessene Dosierung darstellt, kann pauschal nicht beantwortet werden, da viele Faktoren eine Rolle spielen:

  • Handelt es sich um ein neues Beet oder um Pflanzen im Wachstum?
  • Sind es Stauden, Sträucher oder Gemüse?
  • Wie ist die Beschaffenheit des Bodens?

Neuanlagen

  • Tonböden: bis zu 45 Liter Kompost pro Quadratmeter, Lehmböden bis zu 35 Liter und Sandböden bis zu 25 Liter des Komposts ausbringen
  • Bei Gehölzen und Stauden Aushub mit einem Drittel Reifkompost mischen
  • Komposterde gleichmäßig verteilen
  • in die obersten 10 – 20 cm des Bodens einarbeiten

Gemüse

  • Starkzehrer (Zucchini, Kartoffeln, Kohl, Tomaten): maximal 6 Liter pro Quadratmeter
  • Mittelzehrer (Zwiebeln, Rettich, Kohlrabi, Spinat, Erdbeeren): 3 – 5 Liter pro Quadratmeter
  • Schwachzehrer (Kräuter, Feldsalat, Radieschen, Erbsen, Bohnen): 2 – 3 Liter pro Quadratmeter

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Beerenobst

  • Die Düngung erfolgt am besten im Frühjahr vor dem Austrieb. Bringen Sie 2- 3 Liter Reifkompost als jährliche Düngung aus.
  • Vorsicht, Beerensträucher wie Stachelbeeren, Himbeeren oder Johannisbeeren haben empfindliche Wurzeln. Hacken Sie niemals den Boden dazwischen auf, sondern arbeiten Sie die Komposterde nur in die oberste Bodenschicht (ca. 5 cm tief) ein.

Gehölze und Sträucher

  • Ausbringen erfolgt entweder als Gabe ins Pflanzloch oder als jährliche Düngung während der Wachstumsphase.
  • Im Pflanzloch: ein Teil Komposterde mit 4 Teilen Aushub mischen und maximal 20 cm tief einarbeiten oder oberflächlich ca. 5 cm tief einarbeiten.
  • Für die jährliche Bodenpflege: 2 – 3 Liter pro Quadratmeter.

Stauden

  • Bei Neupflanzungen vor dem Pflanzen in die aufgelockerte Erde einarbeiten
  • Dosierung: ca. 5 – 8 Liter pro Quadratmeter
  • jährliche Düngung erfolgt am besten im Frühjahr
  • Dosierung: ca. 5 Liter pro Quadratmeter
  • Starkzehrer erhalten eine 2. Düngung im Sommer.
  • Immergrüne Stauden werden im Herbst gedüngt.

Rasen

  • Dosierung: ca. 1 – 2 Liter pro Quadratmeter
  • erste Düngung im Frühjahr (März/April), zweite Düngung vor Anbruch des Winters
  • Stark beanspruchter Rasen (Zierrasen, Spielrasen) benötigt eine Zwischendüngung im Juni.

Vor dem Düngen den Rasen bis auf ca. 4 cm Höhe mähen. Den Rasen mit einer dünnen Schicht gesiebten Komposts bedecken und nur leicht einarbeiten. Nach dem Düngen wässern. 

Frischkompost einarbeiten

Frischkompost wird auch Mulchkompost genannt. Es handelt sich um Komposterde, die ungefähr 3 – 4 Monate gereift ist.

Im Gegensatz zu Reifkompost enthält Frischkompost hohe Anteile an unverotteter organischer Substanz. Er dient zur Bodenpflege.

Frischkompost benötigt viel Sauerstoff, da seine Zersetzung noch nicht abgeschlossen ist. Kommt er mit wurzeln in Berührung, droht Fäulnis. Frischkompost nur leicht einarbeiten oder zwischen die Pflanzen streuen.

Reifkompost einarbeiten

Mit Reifkompost bezeichnet man Komposterde, die mindestens 10 – 12 Monate den Kompostierungsprozess durchlaufen hat. Reifkompost hat zahlreiche Vorteile:

  • Versorgung der Pflanzen mit Nährstoffen
  • Anreicherung des Bodens mit nützlichen Mikroorganismen und Kleinlebewesen
  • Auflockerung der oberen Bodenschichten und Verbesserung der Struktur

Reifkompost hat einen hohen Nährstoffgehalt. Deshalb sollte er nur zum Düngen pur eingesetzt werden. Für Neupflanzungen mischen Sie immer Reifkompost mit Erde, um den Boden nicht mit Nährstoffen zu übersättigen.

Altkompost einarbeiten

Als Altkompost bezeichnet man Komposterde, die mehr als ein Jahr gelagert worden ist. Im Gegensatz zu Frischkompost ist Altkompost nicht mehr biologisch aktiv.

Die Bodenlebewesen haben sich daraus zurückgezogen, weil fast alles organische Material bereits abgebaut wurde. Die Bestandteile sind zum großen Teil mineralisiert und das Substrat ist fester.

Deshalb ist Altkompost ein ausgezeichneter Dünger. Er sollte relativ tief eingearbeitet oder in Pflanzlöcher gefüllt werden. Altkompost wirkt langfristig, weil er die Nährstoffe langsam entlässt.

3 Tipps zum richtigen Einarbeiten des Komposts

1. Kompost zum Mulchen verwenden

Dafür eignet sich Frischkompost, der erst ein paar Monate lang gereift ist. Solches Material dürfen Sie nur auf die Oberfläche auftragen.

Würden Sie Frischkompost tief einarbeiten, würde er anfangen zu faulen, da er voller Lebewesen steckt, die Luft benötigen. Zum Schutz vor Austrocknung kann man den Mulchkompost auch mit etwas trockenem Laub bedecken.

Mulchkkompost eignet sich auch gut als Abdeckung für den Winter. Er schützt den Boden und versorgt die Pflanzen im Frühjahr sofort mit Nährstoffen.

2. Gartenkralle zum Wenden des Komposts benutzen

Für das Einarbeiten des Komposts hat sich eine dreizinkige Gartenkralle am besten bewährt. Mit ihrer Hilfe können Sie die Komposterde in die nötige Tiefe bringen, damit seine Nährstoffe die Pflanzen erreichen. Mit der Gartenkralle geht das Einarbeiten wesentlich leichter und schneller als mit dem Spaten. Sie können die Komposterde gezielt dorthin bringen, wo sie gebraucht wird.

3. Kompost nicht zu tief einarbeiten

Viele Gärtner machen den Fehler, Komposterde möglichst tief einzuarbeiten. Sie sind der Meinung, dass sie dadurch die Wurzeln besser mit Nährstoffen versorgen. Das stimmt aber nicht, weil durch ein tiefes Einarbeiten des Komposts die darin enthaltenen Lebewesen abgetötet werden. Entscheidend für die Fruchtbarkeit sind die obersten Bodenschichten, maximal 20 – 30 cm tief. Zur langfristigen Erhöhung der Bodenfruchtbarkeit sollten Sie es der Natur nachmachen und die oberste Schicht mit organischen Material anreichern. Das fördert die Bildung von Humus.

Juli ist begeisterter Gärtner, der seine Liebe zu Pflanzen zu seinem Beruf gemacht hat. Er arbeitet seit über 5 Jahren in der Gartenbaubranche und hat sich einen Ruf als einen sachkundigen Experten auf diesem Gebiet erarbeitet. Wenn er nicht gerade Kunden berät oder Artikel schreibt, kann man Juli in seinem eigenen Garten beobachten. Er liebt nichts mehr, als einen sonnigen Tag im Freien zu verbringen, umgeben von seinen geliebten Pflanzen.

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