Welches Tier gräbt im Kompost?: 11 Tiere die Kompost lieben

Der Kompost bietet vielen Tieren Lebensraum. Das kann es schon mal passieren, dass ab und zu ein Tier Löcher gräbt. Solange es nicht überhandnimmt, ist es am besten, das zu tolerieren.

Ein paar Mäuselöcher im Garten richten kaum Schaden an. Bevor Sie Maßnahmen zur Bekämpfung oder Vertreibung der ungebetenen Gäste treffen, sollten Sie sich erst einmal überzeugen, mit wem Sie es zu tun haben.

Die meisten tierischen Gäste am Kompost sind harmlos, viele sogar geschützt.

Woran erkennen Sie, welche Tiere im Kompost graben?

Viele Gärtner sind alarmiert, wenn sie ein Loch im Komposthaufen entdecken. Sofort denken sie an Ratten im Garten.

Das kann sein, muss es aber nicht, da es viele unterschiedliche Tiere geben, die am und im Kompost leben und auch Löcher im Garten graben.

Um die Frage zu klären, welches Tier Löcher im Kompost gräbt, müssen Sie es wie einst der Meisterdetektiv Sherlock Holmes machen und genaue Beobachtungen anstellen:

  • Befinden sich die Löcher nur im Kompost oder auch im Rasen?
  • Sind Sie plötzlich entstanden oder nach und nach?
  • Sind es größere Löcher oder eher kleine?
  • Befindet sich Erdauswurf um oder in der Nähe der Löcher?
  • Gibt es Fraßspuren?
  • Liegen Reste von Kot herum?

Je nach der Art der Spuren, kommen verschiedene Tiere als Verursacher infrage. Sollten Sie nicht sicher sein, welche Tiere im Garten diese Löcher im Rasen oder im Komposthaufen verursacht, können Sie eine Fotofalle aufstellen.

Sogenannte Wildkameras arbeiten zuverlässig, da sie durch einen Bewegungssensor aktiviert  werden. Sie kosten nur ein paar Euro.

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10 Tiere, die im Kompost graben

Es gibt eine ganze Reihe von Tieren, die im Kompost graben. Nicht alle von ihnen sind schädlich, Einige sind harmlos oder sogar nützlich.

1. Ratten

Ratten im Kompost

Das sind wahrscheinlich die unbeliebtesten Tiere im Garten, weil sie nicht nur viel Schaden anrichten, sondern auch ziemlichen Dreck machen. Ratten graben faustgroße Löcher, größer als die von Mäusen, die senkrecht nach unten führen.

Es gibt mehrere Löcher. Sie sind versteckt angelegt, in dunklen Ecken oder zwischen Bäumen. Häufig finden Sie Kotreste in der Nähe.

Rattenkot sieht länglich aus. Sie können die Tiere mit in Terpentin getränkte Lappen, benutztes Katzenstreu oder Chilli-Wasser vertreiben. Im Artikel Komposter rattensicher machen finden Sie mehr Informationen.

Bei starkem Befall sollten Sie einen professionellen Schädlingsbekämpfer kontaktieren und das Ordnungsamt informieren. Wer vorsorgen möchte oder sich zukünftig keinen Kopf über Ratten im Kompost machen möchte, kann sich gleich einen rattensicheren Komposter kaufen.

2. Mäuse

Mäuse im Komposter

Mäuselöcher im Garten sind oval und dahinter erstreckt sich ein Gang. Im und am Kompost leben 3 Arten von Mäusen:

  • Feldmäuse
  • Schermäuse (Wühlmäuse)
  • Spitzmäuse

Spitzmäuse sind keine Schädlinge, sondern Helfer des Gärtners. Sie fressen Schnecken und Engerlinge und stehen unter Naturschutz!

Feldmäuse und Wühlmäuse können dagegen großen Schaden anrichten. Wühlmäuse erkennen Sie an den Erdhaufen neben ihren Löchern.

Mäuse können Sie ebenso wie Ratten durch Terpentin-Lappen oder benutztes Katzenstreu vertreiben. Durch häufiges Arbeiten am Kompost stören Sie die Tiere und sie suchen sich anderswo einen ruhigen Unterschlupf. Wir haben in einem Artikel bereits darüber berichtet.

3. Waschbären

Waschbären im Komposter

Die Tiere stammen ursprünglich aus Nordamerika, kommen mittlerweile aber auch in Deutschland vor. Sie graben keine richtigen Löcher, weder im Kompost noch im Garten, sondern wühlen eher alles durcheinander.

Wegen des Geruchs interessieren sie sich besonders für die Gelben Säcke und können sie völlig zerfetzen. Da Waschbären relativ groß sind und aggressiv werden können (Tollwut), sollten Sie nichts gegen die Tiere unternehmen, sondern einen Schädlingsbekämpfer informieren.

Werfen Sie keine Essensreste auf offene Komposthaufen, um die Tiere nicht anzulocken.

4. Igel

Igel im Komposter

Ebenso wie Spitzmäuse gehören auch Igel zu den nützlichen (und geschützten) Tieren. Sie halten sich gern in der Nähe des Komposts auf, weil sie dort ihre Lieblingsspeise, Schnecken und Würmer, im Überfluss finden.

Igel machen kleine, trichterförmige Löcher, bei denen es sich eher um Vertiefungen handelt. Sie entstehen bei der Nahrungssuche. Richtige Löcher oder gar Baue graben Igel nicht.

5. Füchse

Füchse im Komposter

Es kann gelegentlich vorkommen, dass sich Füchse am Kompost im Garten zu schaffen machen. Sie fressen zum Beispiel Ratten und Mäuse, aber auch Regenwürmer und Schnecken.

Diese Tiere sind häufig in der Nähe des Komposts anzutreffen. Selbst Obst und Beeren verschmäht der Fuchs nicht.

Allerdings ist es sehr unwahrscheinlich, dass sich ein Fuchs einen Komposthaufen als Platz für seinen Bau aussucht. Sie bevorzugen Orte, wo sie ungestört sind.

Gelegentlich kann es aber passieren, dass Füchse auf der Suche nach Futter den Komposthaufen zerwühlen.

6. Blindschleichen

Blindschleiche im Kompost

Auf den ersten Blick sehen die Tiere wie Schlangen aus. Blindschleichen sind jedoch beinlose Eidechsen, keine Schlangen. Sie leben im oder in der Nähe des Komposts, weil sie die Wärme des Substrats schätzen.

Blindschleichen sind nützliche Tiere, weil sie Schnecken, Würmer und schädliche Insekten vertilgen. Außerdem sind sie streng geschützt.

Entdecken Sie Blindschleichen auf dem Kompost, sollten Sie sich freuen. Es ist ein Anzeichen dafür, dass die Umwelt in Ihrem Garten in Ordnung ist.

7. Sonstige Tiere

Ein Komposthaufen, besonders wenn er lange nicht gestört wird, bietet Lebensraum für viele Tiere, deren Anwesenheit im Garten oft nur zufällig bemerkt wird. Neben den hier beschriebenen Arten durchwühlen auch Katzen oder Hunde den Kompost auf der Suche nach Nahrung.

Löcher im Garten können beispielsweise auch auf Nester von Hummeln oder Erdwespen hindeuten. Selbst Vögel können sich auf der Suche nach Würmern schon mal am Kompost zu schaffen machen.

8. Kaninchen

Kaninchen im Kompost

Die Langohren können im Garten zu einer echten Plage werden, weil sie gern Gemüse fressen. Was den Menschen schmeckt, mögen auch Kaninchen.

Am Kompost machen sie sich aber nur gelegentlich zu schaffen. Am besten halten Sie die Tiere durch einen tief reichenden stählernen Maschendrahtzaun fern.

9. Marder

Marder im Kompost

Wenn Sie Marder im Garten haben, sollten Sie sich eher freuen, weil sie Ratten und Mäuse vertreiben. Marder bauen sich höchstens ein Nest im Kompost, lassen die Abfälle aber in Ruhe.

10. Kröten

Kröten im Kompost

Es gibt mehrere Arten von Kröten; alle von ihnen stehen unter Naturschutz, weil sie selten geworden sind. Im Garten und auf dem Komposthaufen kommen am häufigsten Erdkröten vor.

Die Amphibien sind Helfer des Gärtners, weil Schnecken zu ihrer Leibspeise gehören. Sie graben lediglich kleine Löcher in den Kompost, um in der Wärme des Substrats zu überwintern.

11. Maulwürfe

Maulwürfe im Kompost

Die Tiere sind von Gärtnern nicht gern gesehen, kann doch ein einziges Exemplar pro Tag bis zu 20 Erdhügel aufwerfen. Trotzdem sind sie keine Schädlinge, ganz im Gegenteil.

Maulwürfe sind Insektenfresser und vertilgen Schnecken, Engerlinge und Raupen. Nur gelegentlich kommt es vor, dass sie beim Graben Wurzeln beschädigen.

Maulwürfe sind geschützt und dürfen nicht getötet werden. Sie können höchstens vertrieben werden.

Ein bewährtes Hausmittel ist Alkohol. Eine leere Schnapsflasche mit der Öffnung nach unten in einen Gang gesteckt genügt bereits.

Übrigens stammen viele der angeblichen Maulwurfshügel im Garten von Wühlmäusen.

So verhindern Sie, dass Tiere im Kompost graben

Wenn Sie nicht wollen, dass Ratten oder andere Tiere faustgroße Löcher in den Kompost graben, haben sich einige vorbeugende Maßnahmen gut bewährt. Sie sollten beispielsweise keine Essensreste oder Brot auf den Komposthaufen werfen.

Das zieht Nagetiere geradezu magisch an. Essensreste gehören in die Biotonne. Vermeiden Sie ebenfalls, die Gelben Säcke im Garten zu lagern, sondern stellen sie erst kurz vor der Abholung raus.

Arbeiten Sie öfter am Komposthaufen. Sie sollten den Kompost beispielsweise alle 2 – 3 Monate umsetzen und öfter mal die Temperatur des Substrats messen.

Die meisten Tiere, die im Kompost graben, mögen es gar nicht, wenn sie gestört werden. Durch Ihre bloße Anwesenheit und Tätigkeit halten Sie die meisten von ihnen fern.

Juli ist begeisterter Gärtner, der seine Liebe zu Pflanzen zu seinem Beruf gemacht hat. Er arbeitet seit über 5 Jahren in der Gartenbaubranche und hat sich einen Ruf als einen sachkundigen Experten auf diesem Gebiet erarbeitet. Wenn er nicht gerade Kunden berät oder Artikel schreibt, kann man Juli in seinem eigenen Garten beobachten. Er liebt nichts mehr, als einen sonnigen Tag im Freien zu verbringen, umgeben von seinen geliebten Pflanzen.

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