Mähroboter Arten und Unterschiede in Überblick

Als das schwedische Unternehmen Husqvarna 1994 den ersten Mähroboter präsentierte, war das eine Sensation. Nach und nach haben auch andere renommierte Firmen Mähroboter entwickelt und somit dazu beigetragen, dass diese heutzutage so beliebten Gartengeräte in den vergangenen rund 30 Jahren einen Siegeszug angetreten haben. Mittlerweile hat in etwa jedem fünften deutschen Garten ein Rasenroboter die Pflege des Grüns übernommen. Die Auswahl an Modellen und Varianten ist groß.

Worin unterscheiden sich Mähroboter?

Die Unterschiede bei Mährobotern sind gar nicht so groß. In Bezug auf die Arbeitsweise gibt es Rasenroboter mit oder ohne Ladestation sowie Mähroboter, die mit oder ohne Begrenzungskabel über den Rasen navigieren.

Weitere Mähroboter-Unterschiede liegen bei allen Varianten bei der Leistung, sprich der Größe des Akkus, bei der Flächenleistung, also wie viel Quadratmeter Rasen das Gerät maximal in einer bestimmten Zeit bearbeiten kann, oder in der Ausstattung.

Mähroboter-Arten und Unterschiede im Überblick

Bei den Mähroboter-Arten wird in vier Ausführungen unterschieden:

Ausführung #1: Automatischer Mähroboter

Automatische Mähroboter findet man kaum noch, denn es handelt sich bei ihnen um Modelle der ersten Generation. Automatische Roboter fahren großflächig den heimischen Rasen ab. Sobald sie fertig sind, beziehungsweise der Akku leer ist, bleiben sie einfach stehen. Dann muss der Rasenroboter entweder an die Steckdose oder zur Ladestation, um den Akku wieder aufzuladen.

Vollautomatische Mähroboter haben den Vorteil, dass sie so lange mähen, bis der Akku vollständig leer ist, also nicht bei einer bestimmten Restlaufzeit an die Basisstation schwirren. Sofern der Akku ausreichend Power hat, kann der Roboter eine große Fläche mähen.

Nachteilig ist, dass sich diese Geräte nicht programmieren lassen. Sie legen los, wenn sie eingeschaltet werden. Das heißt, dass der Besitzer zu Hause sein muss, um den Roboter aufs Grün zu schicken. Auch bestimmten Mähzeiten sind somit nicht programmierbar.

Ausführung #2: Vollautomatischer Mähroboter

Diese Modelle sind die mittlerweile hoch technisierte Weiterentwicklung der ersten Generation. Sie arbeiten selbstständig und laden den Akku nach, sobald es notwendig ist. Anschließen mähen sie dort weiter, wo sie davor aufgehört haben.

Vollautomatische Mähroboter sind so programmierbar, dass sie an bestimmten Tagen oder zu bestimmten Uhrzeiten mähen. Modelle mit einem Regensensor lassen sich so steuern, dass sie bis zu einer gewissen Menge an Niederschlag noch mähen, bis sie unterbrechen.

Die neueste Generation ist mit KI (Künstlicher Intelligenz) ausgestattet und lernt praktisch beim Mähen das Gelände kennen, um es optimal und effizient zu bearbeiten. Das spart am Ende Zeit, Akkuladung, Strom und somit Geld.

Ausführung #3: Mähroboter mit Begrenzungskabel

Die meisten Rasenroboter werden anhand eines Begrenzungsdrahts über die zu mähende Fläche geleitet. Das Begrenzungskabel grenzt somit den Arbeitsbereich des Roboters ein und ist quasi der Zaun für den Mähroboter. Das dünne Schwachstromkabel wird entweder direkt auf den Rasen gelegt, wo es mit der Zeit einwächst, oder es kommt ungefähr 10 Zentimeter tief in den Boden. Das Kabel ist mit der Ladestation verbunden, die einen schwachen Stromimpuls durchschickt. Im Kabel entsteht ein Magnetfeld, das die Sensoren des Mähroboters erkennen.

Wie das Kabel im Bereich der Rasenkante, neben Hecken, Beeten oder Mauern zu verlegen ist, gibt der Hersteller in der Regel vor. Weil die Roboter immer etwas über das Kabel hinausfahren, um möglichst sauber am Rand zu mähen, muss der Abstand zu einer Mauer zum Beispiel größer sein als zu einem Weg. An Engstellen wie Wegen oder zur Ladestation ist meistens ein zusätzliches Such- oder Leitkabel erforderlich, damit der Roboter in der Spur bleibt.

Welche Vorteile hat ein Mähroboter mit Begrenzungskabel?

Mäht der Roboter mit einem Begrenzungskabel, hat das den enormen Vorteil, dass er auch in Gärten mit vielen Hindernissen oder verwinkelten Formen zurechtkommt, sofern die Kabel sauber verlegt sind. Wird bei größeren Rasenflächen, an Engstellen oder auf dem Weg zur Ladestation noch ein zusätzliches Suchkabel verlegt, mäht der Roboter effizienter und finden sich besser zurecht.

Die neueste Generation Mähroboter können sogar über eine App und das Smartphone programmiert und gesteuert werden. Selbst wenn die Besitzer im Urlaub sind, mäht der elektrische Freund den Rasen problemlos, so wie man es möchte, und fährt selbstständig die Ladestation an.

Welche Nachteile hat ein Mähroboter mit Begrenzungskabel?

Der große Nachteil eines Begrenzungskabels bei Mährobotern ist das Verlegen. Hier muss sauber gearbeitet werden. Wird der Draht unterirdisch verlegt, empfehle ich einen Testlauf, bevor die Schlitze, in denen das Kabel liegt, zugeschüttet werden. Eine andere Möglichkeit ist es, das Kabel zunächst auf dem Rasen zu verlegen. Mäht der Roboter, wie er soll, kann das Kabel in den Boden, wo es geschützter ist, als auf dem Rasen.

Etwas lästig ist aus meiner Sicht als Landschaftsgärtner die erste Installation, bevor der neue Gartenhelfer losgelassen werden kann. Problematisch wird es, wenn der Rasen vielleicht vergrößert oder die Fläche verändert wird – dann muss das Begrenzungskabel neu verlegt und unter Umständen verlängert werden.

In aller Regel ist beim Kauf eines Mähroboters das passende Kabel enthalten. Falls nicht, gilt es nur aufzupassen, dass es zur Flächenleistung des Roboters passt. Denn der elektrische Widerstand im Kabel darf nicht zu groß sein.

Ausführung #4: Mähroboter ohne Begrenzungskabel

Immer mehr Hersteller haben Mähroboter im Sortiment, die gänzlich ohne lästige Kabel auskommen. Sie sind je, nachdem, mit Rasensensoren, Ultraschall und Kameras ausgerüstet, oder navigieren über GPS über den Rasen. Damit sind sie in der Lage, auch größere Flächen abzudecken.

Die Sensoren beispielsweise erkennen, ob der Roboter auf Gras fährt. Zusätzlich hat er Stoß- oder Kollisionssensoren. Fährt der Mähroboter gegen ein Hindernis wie einen Baum, wendet er und fährt in einem zufälligen Winkel in eine andere Richtung weiter.

Welche Vorteile hat der Mähroboter ohne Begrenzungskabel?

Der enorme Vorteil eines Mähroboters ohne Begrenzungskabel ist einfach dieser, dass das mühsame Verlegen entfällt. Diese Geräte sind daher für Personen ideal, die davor zurückschrecken, ein Kabel verlegen und den Roboter installieren zu müssen.

Die neuesten Roboter sind zudem mit Künstlicher Intelligenz (KI) ausgestattet. Die Roboter prägen sich die zu mähende Fläche ein und ermitteln den optimalen Weg, um möglichst effizient zu mähen. Dabei können sie sich merken, wo schon gemäht wurde. Das Mähen geht schneller, schont den Akku und verringert die Ladezeiten und den Stromverbrauch.

Auch die Installation ist bei diesen modernen Geräten einfach. Dadurch sind sie schnell einsatzbereit und flexibel. Wird der Garten umgestaltet, findet sich der Rasenroboter auch in der neuen Umgebung schnell zurecht.

Welche Nachteile hat der Mähroboter ohne Begrenzungskabel?

Die modernen Roboter ohne Begrenzungskabel haben den Nachteil, dass die Sensoren noch anfällig sind. Die technischen Wunderwerke, ausgestattet mit diesen Sensoren, mit Hightech-Kameras und GPS sind zudem noch kostspielig. Preise zwischen 3.000 und 5.000 Euro sind keine Seltenheit.

Einige Geräte müssen von Hand zum Laden zum Netzkabel oder zur Steckdose getragen werden. Denn sie bleiben einfach auf dem Rasen stehen, wenn der Akku leer ist. Daher benötigt man dafür auf jeden Fall eine Ladestation.

Damit der Mähroboter zum Beispiel nicht in Blumenbeete oder in den Gartenteich fährt, müssen solche Hindernisse markiert werden. Dazu wird eine mindestens 10 Zentimeter hohe Barriere oder Grenze benötigt.

Thomas Ringhofer ist Diplomingenieur (FH) im Bereich Gartenbau und ausgebildeter Landschaftsgärtner mit einem umfangreichen fachlichen und handwerklichen Know-how. Als Redaktionsleiter und gelernter Redakteur kann Thomas Ringhofer auf eine vielseitige und langjährige Erfahrung bei verschiedenen Tageszeitungen und im privaten Hörfunk in den unterschiedlichsten Themenbereichen zurückgreifen. Aktuell ist er als Angestellter im öffentlichen Dienst unter anderem verantwortlich für die Pressearbeit. Seit rund zehn Jahren verfasst Thomas Ringhofer darüber hinaus für verschiedene Magazine und Websites Berichte und Artikel, unter anderem für Gartenpanda.de.

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