Marienkäfer gegen Blattläuse – 6 gute Gründe für Marienkäfer

Marienkäfer nehmen bei uns eine besondere Stellung ein: Während die meisten anderen Krabbeltiere nicht unbedingt Begeisterung auslösen, werden Marienkäfer immer als willkommen, süß und hübsch angesehen. Und nicht nur das: Sie sind sogar ein Glückssymbol!

Dahinter steckt tatsächlich kein Mythos oder eine verträumte Geschichte, sondern ein sehr realer und bodenständiger Grund: Die Bauern haben Marienkäfer von jeher als sehr nützliches Insekt angesehen. Vor sehr langer Zeit hielt man sie daher als ein Geschenk von der Jungfrau Maria, woher sie dann auch ihren Namen erhielten.

Marienkäfer – nicht immer Rot mit schwarzen Punkten

Es gibt mehr als 70 verschiedene Arten von Marienkäfern allein in Deutschland Am weitesten verbreitet ist der Siebenpunkt, benannt – wie viele andere Arten ebenfalls – nach der Anzahl der Punkte auf seinem Rücken.

In der Optik unterscheiden sich die kleinen Krabbler teilweise sehr deutlich. Allein die Rotfärbung reicht von hellem Orange über Knallrot bis hin zu Brauntönen. Die Punkte sind meistens Schwarz, oft aber mit einem Rand in anderer Farbe oder nicht klar konturiert. Außerdem gibt es auch weiße Punkte auf rotem oder gelbem Grund, Gelbe Käfer mit schwarzen Punkten oder Schwarze Marienkäfer mit roten Punkten.

Marienkäfer gegen Blattläuse – hilfreich hungrige Käferhorde

So klein die Marienkäfer auch sind – sie sind richtig hungrig! Und am liebsten frisst er Blattläuse. Daher ist er der perfekte Nützling – nicht nur für die Landwirte, sondern auch im eigenen Garten oder im Gewächshaus.

Marienkäfer gegen Blattläuse einzusetzen, ist also der perfekte Weg, um auf jegliche Pestizide oder aufwändige Spritzlösungen zu verzichten. Ein einziger ausgewachsener Käfer kann am Tag bis zu 150 Blattläuse verspeisen, da kommt schon einiges zusammen.

Ebenso „gefräßig“ sind sogar die winzigen Larven des Marienkäfers: In den drei Wochen des Larvenstadiums bis zur Verpuppung frisst eine Larve bis zu 600 Blattläuse. Rechnet man das hoch, kann ein einzelner Marienkäfer mit seinen Nachkommen in einem Sommer rund 100.000 Läuse verspeisen.

Marienkäfer züchten – warum nicht selbst für Nachwuchs sorgen

Wer Schädlinge am liebsten durch passende Nützlinge bekämpft, findet in den Marienkäfern perfekte Freunde. Und für die Vermehrung kann man sogar selbst sorgen. Das ist nicht einmal besonders aufwändig oder kompliziert.

Im Winter ziehen sich die Marienkäfer in ein Winterquartier zurück. Das macht er am liebsten gemeinsam mit vielen anderen, und zwar unter Baumrinde, in Blätterhaufen, unter Steinen oder auch im Fensternischen oder Mauerritzen.

Im März bis April findet man dann viele der kleinen Gesellen am Fenster oder in der Wohnung. Ansonsten lohnt sich ein Blick in die typischen Winterquartiere. Vorher wird aber ein sogenanntes Vivarium vorbereitet.

Im Vivarium Marienkäfer gegen Blattläuse großziehen

Benötigt wird ein größeres Glas mit einem Volumen von ca. einem Liter und einer großen Öffnung. Dort hinein kommt zuerst etwas Küchenkrepp. Am Boden liegen soll es dafür sorgen, dass im Glas immer etwas Feuchtigkeit bleibt.

Dazu kommen dann im Optimalfall ein paar Pflanzenteile, die mit Blattläusen befallen sind. Das können Küchenkräuter, Zimmerpflanzen oder erste Triebe von Gartenbüschen sein. Sind keine zu finden, genügen erst einmal auch ein paar unbefallene Pflanzenteile.

Über die Glasöffnung kommt ein Stück Insektennetz. Wer keines zur Hand hat, kann auch ein Gemüsenetz verwenden. Mit einem Gummiband wird es ganz einfach über die Öffnung gespannt: So können die Käfer nicht hinaus, bekommen aber immer genug Luft.

Marienkäfer ansiedeln

Jetzt fehlen nur noch die Hauptakteure! Jeder Marienkäfer, der einem begegnet, wird vorsichtig in das Glas gesetzt. Je mehr es sind, desto höher ist die Chance, dass Männlein und Weiblein dabei sind, denn erkennbar ist das für den Laien natürlich nicht.

Als Nahrungsersatz für nicht auffindbare Blattläuse kann in der Anfangszeit etwas Honig dienen, der tropfenweise in das Glas gegeben wird. Auch ab und zu mal ein Spritzer Wasser sollte sein, denn die kleinen Tierchen sollen sich ja wohlfühlen.

Wenn alles passt, werden sich die einen oder anderen Pärchen finden und sich im Glas an die Fortpflanzung machen. Wenn du viel Glück hast, kannst du das sogar beobachten.

Einige Tage nach der Paarung legt das Weibchen die Eier ab, oft an die Unterseiten von Blättern. Rund eine Woche danach schlüpfen die Larven, die sich dann wiederum einige Wochen später verpuppen. Bis dahin häutet sich die Larve mehrere Male.

Die Entwick lungszeit hängt unter anderem auch von den Bedingungen in ihrem Übergangszuhause, vor allem von Temperatur und Feuchtigkeit ab. Außerdem können sich einzelne Käfer unterschiedlich entwickeln. Erst einige Stunden nach dem endgültigen Erreichen des Käferstadiums ist die rote Farbe sichtbar, etwas später folgen die Punkte. Diese „fertigen“ kleinen Käfer können dann im Garten oder im Gewächshaus ausgesetzt werden.

Marienkäfer gegen Blattläuse kaufen

Wem diese eigene Aufzucht zu kompliziert oder zu unsicher ist, kann im Fachhandel auch Aufzucht-Sets kaufen, die dann alles enthalten, was benötigt wird. Noch einfacher wird es, wenn man sich Marienkäferlarven kauft und sie aussetzt.

In jedem Fall wird es ein großes Vergnügen, wenn im Garten im Sommer zahlreiche Marienkäfer herumfliegen und fleißig dafür sorgen, mit Blattläusen ihren Hunger zu stillen.

Claudia hat ihre Gartenleidenschaft erst spät erkannt, ist ihr dann aber umso mehr nachgegangen und hat durch viel Ausprobieren autodidaktisch viel gelernt. Eigenes Ausprobieren findet sie dabei wichtiger als strengen Regeln immer zu folgen. Während sie in ihrem Beruf als Redakteurin viel Zeit am Schreibtisch verbringt, geht es in jeder freien Minute in den Garten. Dort ist aus einem ursprünglichen Acker innerhalb von rund zehn Jahren ein naturnaher und abwechslungsreicher Garten entstanden. Neben zahlreichen Staudenbeeten, Bäumen und Topfpflanzen sind dort auch Gemüse, Obst und Wein angebaut.

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