Moos auf Kompost: Moos richtig kompostieren (mit Anleitung)

Moos im Rasen ist ein Ärgernis für den Gärtner. Am besten ist es natürlich, die Bildung von Moos zu verhindern.

Seine Präsenz zeigt in der Regel an, dass irgendetwas mit dem Rasen nicht in Ordnung ist. Trotzdem stellt sich die Frage, was man mit dem anfallenden Moos machen sollte. Erfahren Sie mehr darüber in diesem Ratgeber.

Gehört Moos auf den Kompost?

Diese Frage ist gar nicht so abwegig, wie sie auf den ersten Blick erscheinen mag, weil viele Gärtner mit einem vermoosten Rasen zu kämpfen haben. Da kann schon eine ganze Menge Moos im Rasen anfallen.

Zum klimaschonenden Gärtnern gehört auch, dass aus möglichst alle anfallenden organischen Abfälle verwendbarer Kompost entstehen soll. Ob man aus den Bergen von Moos, die sich nach dem Vertikutieren des Rasens auftürmen, Kompost machen kann, ist vielen Gärtnern unklar.

Die gute Nachricht lautet: Ja, im Prinzip eignet sich Moos zum Kompostieren. In geringen Mengen kann es dem Kompost ohne Probleme zugesetzt werden.

Anders sieht es aus, wenn größere Mengen Moos im Kompost enthalten sind. Moos Kompost zusammen mit anderen Zutaten sind wertvolle organische Dünger, die zur Verbesserung der Qualität des Bodens beitragen.

Wenn Sie jedoch Moos im Kompost erfolgreich verarbeiten wollen, müssen Sie einige Besonderheiten beachten. Moose sind keine Blütenpflanzen, die Samen tragen, sondern vermehren sich durch Sporen.

Diese Sporen sind sehr widerstandsfähig. Damit Moos im Kompost erfolgreich zersetzt wird, muss es hohen Temperaturen ausgesetzt werden. Diesen Vorgang nennt man Heiße Rotte oder Heißrotte.

Bei dieser intensiven Phase der Verrottung entstehen Temperaturen von mehr als 50 °C, teilweise sogar mehr als 60 °C. Das ist so hoch, dass nicht nur das Moos im Kompost zersetzt wird, sondern auch die Sporen abgetötet werden.

Durchläuft das Moos im Kompost nicht die Heißrotte, bleiben die Sporen lebensfähig. Verwenden Sie den verrotteten Kompost zum Düngen des Rasens, wächst das Moos bald wieder aufs Neue, eventuell sogar noch stärker als zuvor.

Vorsicht bei Moos, das mit Eisendünger behandelt wurde! Manche Gärtner benutzen Eisendünger gegen Moos im Rasen.

Derart behandeltes Moos ist hochgiftig und ergibt keinen brauchbaren Kompost. Sie können das verseuchte Moos in der Biotonne entsorgen. Der Inhalt der Biotonne wird nicht kompostiert, sondern in der Biogasanlage verbrannt.

Nur nebenbei bemerkt: richtige Rasenpflege verhindert die Bildung von Moos und hält das Unkraut dauerhaft fern. Das ist besser als Moos mit hochgiftigen Chemikalien zu bekämpfen, die eine Gefahr für die Umwelt darstellen.

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Moos kompostieren – Schritt-für-Schritt-Anleitung

Wenn Sie Moos einfach auf einen Haufen werfen und darauf hoffen, dass es sich von allein in wertvollen Kompost verwandelt, werden Sie höchstwahrscheinlich eine Enttäuschung erleben. Das Moos wird nicht zu Kompost, sondern zu einer fauligen, stinkenden Masse, die Sie entsorgen müssen.

Folgen Sie dieser Anleitung, erhalten Sie dagegen wertvollen organischen Dünger, den Sie zur Verbesserung des Bodens und zur Erhöhung der Erträge verwenden können.

1. Die benötigten Geräte

Moos sollten Sie grundsätzlich in einem Thermokomposter kompostieren. Im Inneren des gut isolierten, doppelwandigen Behälters steigen die Temperaturen hoch genug, um die Moossporen zuverlässig abzutöten.

Besser als einer sind zwei Thermokomposter zum Umsetzen des halbfertigen Komposts. Weiterhin benötigen Sie:

  • 2 Mörtelkübel (Kufte) mit ca 40 l Inhalt. Der Kübel muss so groß sein, dass er in den Thermokomposter passt. Der Boden eines der Mörtelkübel muss entfernt werden.
  • 1 Küchensieb
  • 1 rundes Gartensieb

2. Die Vorbereitung

Befreien Sie den Rasen mit einem Vertikutierrechen von Moos und verfilzten Pflanzenfasern. Wählen Sie zum Vertikutieren einen Tag, an dem der Rasen relativ trocken ist.

Dann geht es leichter und am Moos haftet nicht so viel Sand oder Erde. Zu viel Sand bremst die Kompostierung, sodass die für die Heißrotte erforderliche Temperatur nicht erreicht wird.

3. Das Waschen

Das Moos wird in den Mörtelkübel mit Boden gegeben und mit dem Gartenschlauch, mit scharfem Strahl gewaschen. Das Moos schwimmt oben, Sand und Steinchen setzen sich unten ab.

4. Das Trocknen

Für diesen Schritt benötigen Sie das Küchensieb. Damit schöpfen Sie das oben schwimmende Moos ab. Den zweiten Mörtelkübel (ohne Boden) stellen Sie auf den Rasen.

Legen Sie das runde Gartensieb darauf und deponieren Sie das nasse, gewaschene Moos im Gartensieb. Dort lassen Sie es für einige Zeit abtropfen, um das überschüssige Wasser zu entfernen.

Idealerweise sollte der Kompost nur so feucht wie ein ausgedrückter Schwamm sein. Damit das Abtropfen schneller geht, können Sie das Moos vor dem Deponieren im Gartensieb mit der Hand ausdrücken.

5. Thermokomposter vorbereiten

Der Komposter muss vollkommen leer sein. Stellen Sie ihn auf den Rasen und füllen Sie als unterste Schicht eine ca. 10 – 20 cm hohe Lage aus grobem Material ein.

Dafür eignet sich zum Beispiel gehäckselter Strauchschnitt oder auch Heckenschnitt. Die einzelnen Teile sollten 5 – 10 cm lang sein. Die Schicht dient zur Drainage.

6. Das Moos einfüllen

Setzen Sie den zweiten Mörtelkübel (den ohne Boden) in den Thermokomposter. Er bildet eine Art Röhre.

Füllen Sie die Röhre mit dem gewaschenen und vorgetrockneten Moos bis zum Rand.

7. Normalen Kompost einfüllen

Im nächsten Schritt füllen Sie den ringförmigen Raum zwischen der Röhre und der Wand des Themokomposters mit normalen organischen Abfällen. Mischen Sie die Abfälle gut und achten darauf, dass der Kompost nicht zu nass ist und genügend feine und grobe Anteile enthält.

8. Weiteres Moos einfüllen

Wenn die innere Röhre voll ist, rütteln und drehen Sie diese vorsichtig, bis sie wieder zu ungefähr Zweidrittel aus dem umgebenden Substrat ragt. Geben Sie weiter Moos in die innere Röhre und füllen Sie den Raum zwischen innerer Röhre und Komposterwand weiter auf.

Setzen Sie das so lange fort, bis das gesamte Moos im Kompost untergebracht ist und entfernen Sie die Röhre. Am Ende bedecken Sie den inneren Kern aus Moos mit einer ca. 20 cm dicken Schicht aus Abfällen, die kein Moos enthalten.

Welchen Sinn hat die Prozedur und wie geht es weiter?

Durch das Ummanteln mit normalen Küchen- und Gartenabfällen entstehen bei der Verrottung sehr hohe Temperaturen (Heißrotte). Sie sorgen dafür, dass die Sporen des Mooses zuverlässig abgetötet werden.

Die Kompostierung dauert ungefähr ein Jahr. Wenn Sie den Kompost im April oder Mai ansetzen, können Sie den Kompost im September in den zweiten Komposter umsetzen. Im nächsten Frühjahr ist der Kompost fertig.

Juli ist begeisterter Gärtner, der seine Liebe zu Pflanzen zu seinem Beruf gemacht hat. Er arbeitet seit über 5 Jahren in der Gartenbaubranche und hat sich einen Ruf als einen sachkundigen Experten auf diesem Gebiet erarbeitet. Wenn er nicht gerade Kunden berät oder Artikel schreibt, kann man Juli in seinem eigenen Garten beobachten. Er liebt nichts mehr, als einen sonnigen Tag im Freien zu verbringen, umgeben von seinen geliebten Pflanzen.

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