Schwimmteich ohne Technik – geht das?

Den Traum vom eigenen Schwimmteich im Garten erfüllen sich immer mehr Menschen. So gibt es in Deutschland geschätzt rund 570.000 Außenbecken, 133.000 private Hallenbäder und mehr als 90.000 Aufstellbecken. Als Experte für Teiche aller Art rate ich dazu, dass der Schwimmteich ausreichend groß gebaut wird, damit man auch richtig schwimmen kann. Und wenn es möglich ist, verzichtet man auf Technik. Die ist einerseits teuer in der Anschaffung und kostet andererseits im laufenden Betrieb Geld. Was man bei einem Schwimmteich ohne Technik beachten muss, was er kostet und ob man Fische darin halten sollte, erfahren Sie im folgenden Artikel.

Schwimmteich Blumen, pflanzen und Steinen im Garten

Was ist ein Schwimmteich?

Der Allgemeine Schwimmteichclub ASC definiert Schwimmteiche als künstliche Gewässer, die gegen den Untergrund abgedichtet und gegen das Umland geschützt werden. Schwimmteiche haben eine Schwimmzone und eine Regenerationszone mit Pflanzen, die beide etwa gleich groß sein sollten. Die Pflanzen reinigen das Wasser, sodass auch bei einem Schwimmteich auf Technik verzichtet werden kann, sofern die Gesamtfläche 100, besser 120 Quadratmeter beträgt.

Wie funktioniert ein Schwimmteich ohne Technik?

Wird im Schwimmteich auf Technik verzichtet, haben allein die Pflanzen und Kleinlebewesen die Aufgabe, das biologische Gleichgewicht im Wasser aufrechtzuerhalten. Das ist der Grund, warum die Regenerationszone mindestens 50 Prozent der Gesamtfläche beträgt. Der Teich muss ebenso ausreichend tief sein und spezielles Teichsubstrat bekommen. Am Rand ist der Schwimmteich aus Sicherheitsgründen maximal 130 Zentimeter tief, in der Mitte darf er gerne 250 Zentimeter haben. Bevor der Teich genutzt wird, sollte man spezielles Zooplankton einsetzen, das das biologische Gleichgewicht schneller herstellt.  

Schwimmteich Blumen, pflanzen und Steinen im Garten

Wie wird der Regenerationsbereich angelegt?

Beim Schwimmteich ohne Technik ist der Regenerationsbereich wie beim Gartenteich in Zonen mit unterschiedlichen Wassertiefen und Pflanzen untergliedert. Die flache Sumpf- oder Uferzone bildet den Randbereich mit dafür typischen Pflanzen wie Sumpfdotterblume, Sumpfsegge, Wollgras, Schwertlilie oder Wasserminze. Die sich anschließende Flachwasserzone mit Rohrkolben, Schilf, Binsen oder Froschlöffel dient der Nährstoffaufnahme und verbessert die Lebensbedingungen der Mikroorganismen im Teichsubstrat.

In der Tiefwasserzone fühlen sich Schwimmblattpflanzen wie die Seerose oder der Wasserknöterich wohl. Die großen Blätter der Seerosen dienen Fischen als Rückzugsgebiet vor Fressfeinden und verhindern, dass sich das Wasser zu stark erwärmt.

Eine wichtige Rolle kommt ebenso den Unterwasserpflanzen zu: Hornblatt, Wasserpest oder Tausendblatt nehmen überschüssige Nährstoffe auf und produzieren Sauerstoff. Dadurch sind sie praktisch Feinde von Algen, die sich in nährstoffreichem und sauerstoffarmem Wasser wohlfühlen und sich ausbreiten.

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Worauf muss beim Schwimmteich geachtet werden?

Wer einen Schwimmteich ohne Technik anlegt, muss im Prinzip nur zwei Punkte beachten, damit der Teich dauerhaft im ökologischen Gleichgewicht ist:

Punkt #1: Standort

Der richtige Standort ist mehr als die halbe Miete für einen gesunden Teich mit sauberem Wasser. Ein guter Platz ist am Haus, das bereits gegen die Sonne schützt. Denn mehr als 10 Stunden darf der Schwimmteich ohne Technik nicht der prallen Sonne ausgesetzt sein. Zur Not helfen Sonnenschirme oder ein Sonnensegel.

Der Schwimmteich liegt zwar im Halbschatten, aber nicht unter hohen Bäumen, deren Laub, Äste oder Blütenpollen ins Wasser gelangen können.

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Punkt #2: Größe

Je größer, desto besser. Als Gartenarchitekt empfehle ich für einen Schwimmteich ohne Technik eine Mindestgröße von 120 Quadratmetern, die sich jeweils zur Hälfte auf den Schwimmbereich und die Regenerationszone aufteilen. Die Tiefwasserzone darf gerne bis zu 250 Zentimeter tief sein, damit beim Schwimmen keine Sedimente aufgewirbelt werden. Aus Gründen der Sicherheit und der persönlichen Haftung des Teichbesitzers ist der Rand des Schwimmbereichs höchstens 130 Zentimeter tief.

Dürfen Fische in den Schwimmteich?

Dürfen Fische in den Schwimmteich? Diese Frage wird eindeutig verneint. Fische müssen gefüttert werden, wobei nicht gefressenes Futter auf den Teichboden sinkt, sich zersetzt und giftigen Faulschlamm bildet. Auch die Ausscheidungen der Fische erhöhen den Nährstoffeintrag und begünstigen die Bildung von Nährstoffen, die der Schwimmteich nicht möchte.

Muss man den Schwimmteich genehmigen lassen?

Ab einer bestimmten Tiefe und Größe benötigt man zum Errichten eines Schwimmteichs eine offizielle Baugenehmigung. Diese wird beim örtlichen Bauamt beantragt. Da die Regelung in Bezug auf eine Genehmigung von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich ist, kann das Bauamt gleich dazu Auskunft geben und der Bauherr ist auf der sicheren Seite.

Was kostet ein Schwimmteich?

Die Kosten für den Bau des eigenen Schwimmteichs mit Regenerationszone veranschlagen Fachunternehmen grob zwischen 150 und 400 Euro pro Quadratmeter Fläche. Ein 120 Quadratmeter großer Schwimmteich würde dann mit zwischen 18.000 und 48.000 Euro zu Buche schlagen. Die Preisunterschiede sind zum Teil auch auf den Wohnort zurückzuführen. Die Deutsche Gesellschaft für naturnahe Badegewässer hilft bei der Suche nach passenden Experten.

Der Bau eines Schwimmteichs in Eigenregie ist natürlich deutlich günstiger. Hier muss man mit zwischen 100 und 200 Euro pro Quadratmeter Gesamtfläche rechnen. Der Teichbau ist allerdings ein Projekt und keine Spielerei. Handwerkliches Geschick wird vorausgesetzt, und sollte man Teichtechnik wie Pumpe oder Filter einbauen, ist es kein Fehler, für diese Arbeit einen Fachmann hinzuzuziehen.

Ob der neue Schwimmteich ein finanzieller Kraftakt wird, lässt sich über den Schwimmteich-Kosten-Rechner ermitteln.

Thomas Ringhofer ist Diplomingenieur (FH) im Bereich Gartenbau und ausgebildeter Landschaftsgärtner mit einem umfangreichen fachlichen und handwerklichen Know-how. Als Redaktionsleiter und gelernter Redakteur kann Thomas Ringhofer auf eine vielseitige und langjährige Erfahrung bei verschiedenen Tageszeitungen und im privaten Hörfunk in den unterschiedlichsten Themenbereichen zurückgreifen. Aktuell ist er als Angestellter im öffentlichen Dienst unter anderem verantwortlich für die Pressearbeit. Seit rund zehn Jahren verfasst Thomas Ringhofer darüber hinaus für verschiedene Magazine und Websites Berichte und Artikel, unter anderem für Gartenpanda.de.

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