Teich winterfest machen: 4 hilfreiche Tipps + Anleitung

Der Teich im heimischen Garten ist nicht nur ein optisches Highlight, sondern auch ein Ort der Entspannung. Entspannung ist aber nicht durchgängig angesagt, denn ein Gartenteich verlangt Aufmerksamkeit und pflegende Hände. Geht die Gartensaison zu Ende, sieht sich mancher Teichbesitzer mit der Frage konfrontiert:

Wie kann man einen Teich winterfest machen?

Ein winterfester Teich ist hauptsächlich für Fische ein Thema. Leben keine Fische im Teich, reicht es im Prinzip aus, Pflegearbeiten im Frühjahr vorzunehmen. Ein winterfester Teich soll nämlich sicherstellen, dass die Fische die kalten Wintermonate überstehen und nicht in der Gefriertruhe landen.

Mit diesen vier hilfreichen Tipps bekommt der Fischliebhaber einen winterfesten Teich:

Tipp #1: Teich ausreichend tief anlegen

Wer ausreichend Platz auf seinem Grundstück hat, legt den Teich gleich so groß an, dass Fische sicher über den Winter kommen. Der Teich sollte mindestens 100 Zentimeter tief sein, noch besser 120 oder gar 150 Zentimeter. In diesen tiefen und frostfreien Wasserschichten gehen die Fische in Winterruhe.

Tipp #2: Teich richtig bepflanzen

Die richtige Auswahl an Pflanzen verzögert ein komplettes Zufrieren des Teichs und sichert den lebenswichtigen Austausch von Gasen. So müssen auch im Winter Faulgase aus dem Wasser entweichen können und umgekehrt muss neuer Sauerstoff ins Wasser gelangen.

Uferpflanzen wie Rohrkolben, Binsen oder Gräser sind solche Pflanzen. Immergrüne Wasserpflanzen wie der Tannenwedel produzieren auch in der kalten Jahreszeit noch Sauerstoff. Diese Pflanzen sind darüber hinaus Schattenspender und Nährstoffzehrer und entziehen als solche den Algen im Teich deren Lebensgrundlage.

Tipp #3: Regelmäßig Teichpflege

Damit Fische nicht nur im Winter optimale Lebensbedingen haben, muss das biologische Gleichgewicht ganzjährig stimmen. Je größer der Teich, umso besser reguliert sich dieses Gleichgewicht selber. In der Regel muss der Teichbesitzer aber immer danach schauen, dass das Wasser nicht kippt und die Fische am Ende sterben.

Teichwasser kippt, wenn sich zu viele Nährstoffe darin befinden. Nährstoffe gelangen durch abgestorbene Pflanzenreste, durch Laub, Äste oder Blütenpollen und sogar Fischfutter ins Wasser. Werden diese Verunreinigungen nicht rechtzeitig entfernt oder Teichpflanzen im Spätherbst zurückgeschnitten, sinken sie auf den Teichgrund, zersetzen sich und bilden den lästigen Teichschlamm.

Mit einem Schlammsauger wird der Teichschlamm normalerweise im Frühjahr und im Herbst entfernt – bei Bedarf auch öfter.

Tipp #4: Oxidator einsetzen

Der Austausch von Faulgasen und Sauerstoff ist für die Fische im Teich im Winter überlebenswichtig. Die Wasseroberfläche darf daher nie komplett zufrieren, weshalb Eisfreihalter ein probates Mittel sind.

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Zusätzlich kann ein Oxidator den Teichbewohnern die kalte Jahreszeit erleichtern. Das aus Spezialkeramik hergestellte Gerät wandelt Wasserstoffperoxid in Wasser und Sauerstoff um. Der Oxidator erlaubt es zudem, die abzugebende Sauerstoffmenge genau zu dosieren.

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Teich winterfest machen in 10 Schritten (Anleitung)

Als wichtiger Teil des Gartens muss auch der Teich auf den Winter vorbereitet werden. Dies gelingt in zehn einfachen Schritten:

Schritt #1: Teich-Technik überwintern

Die Teichfilteranlage, Pumpe und weitere technische Geräte wie zum Beispiel ein Skimmer müssen vor dem ersten Frost abgebaut und überwintert werden. Dies betrifft die Teichpumpe, sofern sie nicht frostsicher ist, sowie Filter und Technik, die nicht im Teichwasser stehen.

Wenn Wasser gefriert, dehnt es sich aus. Nicht frostsichere Teichpumpen, die weniger als 80 Zentimeter tief im Wasser stehen, frieren dann ein und gehen kaputt. Ob eine Teichpumpe frostsicher ist, ist in der Betriebsanleitung nachzulesen.

Die Pumpe wird zuerst gründlich gereinigt. Das geht einfacher, wenn sie zuvor circa einen Tag lang in einen Wassereimer unter Zugabe eines speziellen Pumpenreinigers gelegt wird. Mit einer weichen Bürste kann sie dann ordentlich sauber gemacht werden, um sich dann den Winter über in einem mit Wasser gefüllten Gefäß im Keller oder in der Garage auf den neuen Einsatz im nächsten Frühjahr vorzubereiten.

Außerhalb des Teichs stehende Teichfilter werden abgebaut, gereinigt und an einem frostsicheren Ort überwintert. Bei eingegrabenen Filtern wird der Deckel der UV-C-Röhre ausgebaut und ebenso sicher gelagert. Eine Abdeckplane schützt das Filtergehäuse gegen Frost.

Da eine UV-C-Lampe mit ungefähr 3.500 Betriebsstunden nur begrenzt hält, sollte sie im Frühjahr durch eine neue ersetzt werden. Die Lampen zerstören mit Ihrem Licht Algen und Bakterien im Wasser.

Schritt #2: Pflanzen am Teich zurückschneiden

Im Teich selbst und im Uferbereich werden im Oktober oder November die Pflanzen zurückgeschnitten. Der kräftige Rückschnitt, mit Ausnahme immergrüner Wasserpflanzen, regt zum einen das Pflanzenwachstum im darauffolgenden Frühjahr an. Zum anderen wird verhindert, dass abgestorbene Pflanzenteile ins Wasser fallen, sich zersetzen und Faulgase bilden.

Pflanzen wie Rohrkolben, Binsen, Gräser und Schilf dürfen rund 20 Zentimeter hoch stehen bleiben. Sie sorgen so dafür, dass der Teich an diesen Stellen nicht so schnell zufriert und entsprechend für den Austausch von Sauerstoff und Gasen.

Schritt #3: Frostempfindliche Pflanzen umsetzen

Die meisten einheimischen Pflanzen für den Gartenteich sind wie beispielsweise der Froschlöffel oder die Wasserschwertlilie winterhart und dürfen im Winter im Teich bleiben. Bei Seerosen muss der Wurzelstock frostsicher mindestens 80 Zentimeter tief im Wasser sein, wenn sie die winterliche Kälte und Frost überstehen sollen.

Wasserpflanzen, die nicht winterhart sind wie Lotusblumen oder Wasserhyazinthen, überwintern in Wassergefäßen an einem frostsicheren und hellen Platz. Am wohlsten fühlen sie sich, wenn das Gefäß mit etwas Teichwasser befüllt ist. Weil auch im Winter Wasser verdunstet, wird bei Bedarf Wasser nachgefüllt – also gegossen.

Tannenwedel oder Wasserpest sind immergrüne Wasserpflanzen, die im Herbst in tiefere Zonen umgesetzt werden, die eisfrei bleiben. Dort produzieren sie auch im Winter Sauerstoff.

Schritt #4: Wasseroberfläche säubern

Auf dem Wasser schwimmendes Laub, Äste, Blüten, Algen und andere Verunreinigungen werden mit einem Kescher abgefischt.

Schritt #5: Teichschlamm entfernen

Mit der Zeit bildet sich am Teichboden mehr und mehr Schlamm, der giftige Faulgase absetzt. Überwintern Fische im Teich, muss der Schlamm im Herbst abgesaugt werden. Dazu gibt es spezielle Teichschlammsauger, die in Gartencentern oder Baumärkten ausgeliehen werden können. Da der Schlamm auch im Frühjahr abgesaugt werden sollte, lohnt sich eine Anschaffung jedoch.

Mit Schlammsaugern lassen sich ebenso Algen oder Pflanzenreste aus dem Wasser saugen. Die Geräte haben eine regelbare Düse, die sich von zwei auf zehn Millimeter einstellen lässt.

Schlamm eignet sich übrigens hervorragend als Dünger und kann beim Absaugen direkt in die Beete geleitet werden. Die Pflanzen sollten nicht direkt mit dem Schlamm in Verbindung kommen. Auch vertragen nicht alle Pflanzen diesen hoch dosierten Dünger.

Kommt viel Schlamm zusammen, kann er auch auf den Kompost oder getrocknet werden. Alternativ wird er zum Recyclinghof gebracht. Dort können allerdings Gebühren für die Entsorgung anfallen.

Schritt #6: Fische nochmals füttern

Bei ausreichend großen und tiefen Teichen können einheimische Kaltwasserfische problemlos überwintern. Das Wasser sollte mindestens 100 bis 150 Zentimeter an der tiefsten Stelle haben, dann müssen Goldfische nicht umziehen. Sie gehen ab einer Wassertemperatur von dauerhaft unter zehn Grad Celsius in Winterruhe über, bewegen sich kaum noch und benötigen in dieser Phase kein Futter mehr.

Bevor die Temperatur dauerhaft auf zehn Grad und darunter sinkt, bekommen die Fische alle zwei oder drei Tage ein spezielles Winterfutter. Die sparsame Fütterung vermeidet, dass nicht gefressenes Futter auf den Teichgrund sinkt, sich zersetzt und Gase bildet. Bei einem komplett zugefrorenen Gewässer kann das Gas nicht mehr entwichen und die Fische werden vergiftet.

Schritt #7: Fische aus dem Teich nehmen

Teiche sind ab einer Tiefe von 80 Zentimetern frostsicher. Flachere Teiche können im Winter komplett durchfrieren, weshalb zuvor die Fische rechtzeitig herausgenommen werden müssen, damit sie nicht tiefgekühlt werden.

Arten wie der Schleierschwanz-Goldfisch, das Kardinälchen oder Koi sind empfindlich gegen Kälte und überwintern daher im Haus wie exotische Fischarten, zum Beispiel Guppys. Während Guppys die kältere Jahreszeit im heimischen Aquarium verbringen dürfen, brauchen die empfindlichen Goldfisch-Kollegen einen kühlen und ruhigen Raum. Dort überwintern sie in einem ausreichend großen Gefäß, das zu zwei Dritteln mit Teichwasser und zu einem Drittel mit Frischwasser befüllt ist.

Das Behältnis sollte wie ein Aquarium Pumpe, Filter und Beleuchtung haben und vier bis sechs Wochen vor dem Einzug der Fische mit Wasser befüllt werden, damit sich dieses einfahren kann.

Die ideale Wassertemperatur liegt zwischen vier und sieben Grad Celsius, Koi mögen sogar 15 Grad und müssen dann aber gefüttert werden.

Ein Winterquartier im Haus sollte der Fischliebhaber auch jungen Goldfischen oder Neulingen im Teich anbieten, die die Kälte nicht so gut verkraften, wie ältere und erfahrene Hasen unter den Fischen.

Schritt #8: Eisfreihalter in den Teich

Auch im Winter benötigen Fische im Teich Sauerstoff und schädliche Gase müssen entweichen können. Deshalb darf die Wasseroberfläche nie komplett mit einer Eisschicht bedeckt sein. Gute Dienste leisten dann Eisfreihalter, die es in verschiedenen Ausführungen gibt.

Der klassische Eisfreihalter ist ein Ring mit einem Durchmesser zwischen 40 und 60 Zentimetern, der in der Regel 20 Zentimeter hoch ist. In der Mitte des Rings liegt ein Styropordeckel, der das Zufrieren im Ringinnern verhindert. Kleine Kanäle ermöglichen zudem den Austausch von Sauerstoff und Gasen.

Eisfreihalter kommen bei Teichen zum Einsatz, die nicht mindestens 120 Zentimeter tief sind. Sie werden am besten über der tiefsten Stelle platziert. Bei größeren Teichen ab zehn Quadratmetern sollten zwei Eisfreihalter auf dem Wasser schwimmen.

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Auch mit speziellen Teichbällen kann verhindert werden, dass der Teich vollständig zufriert. Der Wind hält nämlich die Bälle und damit das Wasser ständig in Bewegung.

Schritt #9: Teichheizung

Eine Teichheizung garantiert in langen und strengen Wintern, dass die Oberfläche niemals komplett zufriert. Eine Alternative dazu ist ein Luftausströmer, der circa 30 Zentimeter unter dem Eisfreihalter angebracht wird, der das Wasser leicht bewegt.   

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 Schritt #10: Teichwasser nachfüllen

Die schönste Arbeit für einen winterfesten Gartenteich kommt zum Schluss: das Auffüllen des Teichs mit frischem Leitungswasser oder gefiltertem Regenwasser. Das frische Wasser bringt neuen Sauerstoff und verringert die Zahl der Bakterien, die Ammonium und Nitrat in giftiges Ammoniak und Nitrit umwandeln.

FAQ

Muss die Teichpumpe im Winter ausgeschaltet werden?

Ein Gartenteich kann im Winter theoretisch bis in eine maximale Tiefe von 80 Zentimetern zufrieren. Darunter bleibt das Wasser auch im Winter über zwischen vier und sechs Grad warm. In diesem Bereich überwintern die Fische. Die Teichpumpe muss nun auf jeden Fall ausgeschaltet werden, damit sich nicht das „warme“ Wasser vom Teichboden mit den darüberliegenden kälteren Schichten vermischt. Fische würden das nicht überleben.

Darf man Fische im Winter füttern?

Liegt die Wassertemperatur dauerhaft unter zehn Grad Celsius, ziehen sich Fische im Teich auf den Teichboden zurück und gehen in Winterruhe. Dann fressen die Tiere nicht mehr – und brauchen ergo nicht mehr gefüttert werden.

Bei Wassertemperaturen zwischen zehn und zwölf Grad bekommen die Fische jede zwei bis drei Tage etwas vom speziellen Winterfutter. Es gibt übrigens Fischfutter für jede Jahreszeit.

Was tun bei zugefrorenem Teich?

Bei einem zugefrorenen Teich sollte rasch gehandelt werden, wenn sich darin Fische befinden. Um die Tiere, die sich in Winterruhe befinden, nicht zu stören, lässt der Tierfreund die Finger von einer Hacke. Der Lärm und die Druckwellen würden die Fische zu sehr stören.

Das Eis lässt sich an einer Stelle leicht auftauen, indem ein Topf oder eine Pfanne mit heißem Wasser daraufgestellt wird. In die aufgetaute Öffnung setzt man am besten gleich einen Eisfreihalter ein.  

Thomas Ringhofer ist Diplomingenieur (FH) im Bereich Gartenbau und ausgebildeter Landschaftsgärtner mit einem umfangreichen fachlichen und handwerklichen Know-how. Als Redaktionsleiter und gelernter Redakteur kann Thomas Ringhofer auf eine vielseitige und langjährige Erfahrung bei verschiedenen Tageszeitungen und im privaten Hörfunk in den unterschiedlichsten Themenbereichen zurückgreifen. Aktuell ist er als Angestellter im öffentlichen Dienst unter anderem verantwortlich für die Pressearbeit. Seit rund zehn Jahren verfasst Thomas Ringhofer darüber hinaus für verschiedene Magazine und Websites Berichte und Artikel, unter anderem für Gartenpanda.de.

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