Algen im Teich entfernen in 8 Schritten [+ Geheimtipp]

In jedem Teich leben Algen, die Teil des Ökosystems im Wasser sind. Solange das biologische Gleichgewicht im heimischen Gartenteich intakt ist, machen die Algen keine Probleme. Als Landschaftsgärtner habe ich aber viele Teiche gesehen, die trüb und grün sind, weil das Gleichgewicht aus den Fugen geraten ist – zum Beispiel, wenn das Teichwasser zu warm ist. Ein Ungleichgewicht lässt Algen förmlich explodieren, daher muss man sich mit der Frage beschäftigen:

Wie lassen sich Algen im Teich entfernen?

Die im Teich wachsenden Algen sollten zunächst regelmäßig zum Beispiel mit einem Kescher abgefischt werden, bevor sie sich zu stark ausbreiten. Neben der mechanischen Entfernung gibt es noch weitere Möglichkeiten, die grünen Biester loszuwerden. So helfen zum Beispiel bestimmte Pflanzen und Wasserlebewesen dabei, die Algen zu bekämpfen, beziehungsweise verhindern, dass sie sich zu sehr vermehren.

Wie entstehen Algen im Teich?

Wer Algen im Teich hat, hat normalerweise Grünalgen oder Blaualgen als unerwünschte Untermieter zu Gast. Zu den Grünalgen gehören beispielsweise Fadenalgen und Schwebealgen. In kleinen Mengen tragen die Algen sogar zum ökologischen Gleichgewicht eines Gewässers bei und dienen Tieren wie Wasserflöhen als Nahrung.

Lästige Algen entstehen, wenn das biologische Gleichgewicht im Wasser gestört ist. Dann muss dringend etwas unternommen werden, um zu verhindern, dass das Wasser kippt und im schlimmsten Fall Fische und andere Teichbewohner ums Leben kommen.

Zu warmes Wasser durch starke Sonneneinstrahlung in Verbindung mit einer erhöhten Nährstoffkonzentration – hauptsächlich mit einem zu hohen Phosphatgehalt von über 0,035 Milligramm pro Liter – kann zu einem explosionsartigen Algenwachstum führen. Die Algen machen den Teich trüb und überziehen die Wasseroberfläche mit einem unschönen, schleimigen Film.

Im Sommer kommt es oft zu einer extremen Vermehrung von Algen, der sogenannten Algenblüte. Nach der Blüte sinken diese auf den Teichgrund und werden dort zersetzt. Bei der Zersetzung wird dem Wasser Sauerstoff entzogen – manchmal so viel, dass Fische im Teich sterben und das Gewässer kippt.

Ebenso kann zu viel Fischfutter den Teich mit unerwünschten Nährstoffen anreichern. Nicht gefressenes Futter sinkt wie die Ausscheidungen der Fische oder Pflanzenteile auf den Boden, wo alles verrottet und Schlamm bildet.

Ebenso können bei Starkregen Erde oder Dünger in den Gartenteich gelangen, wenn die Uferbereiche keine funktionierende Kapillarsperre haben.

Wie man den Schlamm im Teich entfernt, erfährst du in diesem Artikel dazu.

Algen im Teich entfernen in 8 einfachen Schritten

Im Allgemeinen wachsen Algen in natürlichen Gewässern, die warm, nährstoffreich und sauerstoffarm sind. In 8 Schritten lassen sich Algen in seinem Teich entfernen oder vorbeugen.

Schritt #1: pH-Wert testen

Mit speziellen Test-Kits wird der Gartenteich einmal bis zweimal im Monat auf seinen pH-Wert überprüft, um den Nährstoffgehalt im Auge zu behalten. Der pH-Wert liegt im Idealfall zwischen 6,8 und 8,2. Ein hoher Gehalt an Nährstoffen wie Phosphat im Wasser erhöht den pH-Wert. Ist der pH-Wert zu hoch, bleibt das Algenproblem im Teich bestehen.

Schritt #2: pH-Wert senken

Substrate wie Torf oder Rindenmulch, die wenig Huminsäure haben, können den pH-Wert im Wasser auf natürliche Weise senken. Die Substrate werden in einem Netz in den Teich eingesetzt, und lassen sich so einfach wieder herausholen. Alternativen sind die kontrollierte Zufuhr von Grundwasser aus einer Zisterne oder die Zugabe von umweltverträglichen pH-Minus-Präparaten aus dem Fachhandel.

Ein Teilwasseraustausch hilft ebenso, den pH-Wert zu reduzieren. Hierzu werden innerhalb von 48 Stunden zwischen 10 und 20 Prozent des Wasservolumens gewechselt. Geeignet ist Leitungswasser oder Wasser aus einer Regentonne, das allerdings vorher gefiltert werden muss, um einen übermäßigen Eintrag von Nährstoffen oder Schmutz zu verhindern.

Schritt #3: Sauerstoffversorgung sicherstellen

Zu wenig Sauerstoff ist schlecht für die Wasserbewohner, aber gut für Algen. Filtersysteme oder Wasserspiele wie Fontänen oder Wasserfälle reichern das Wasser mit zusätzlichem Sauerstoff an, da sie es in Bewegung bringen. Ebenso eignen sich Bachläufe ausgezeichnet, um das Wasser mit frischem Sauerstoff zu versorgen.

Schritt #4: Wasserpflanzen

Bestimmte Wasserpflanzen wie zum Beispiel Hornblatt, Seerosen oder Wasserfeder verringern den Nährstoffgehalt im Teich und minimieren das Wachstum vor allem von Schwebealgen. Großblättrige Schwimmpflanzen beschatten außerdem den Teich und das somit kühlere Wasser verhindert übermäßiges Algenwachstum. Wasserpflanzen sind zudem schöne Verstecke für kleinere Fische vor Fressfeinden wie Vögeln oder Katzen.

Schritt #5: Fische und Schnecken

Algen gelten bei manchen Schneckenarten oder Fischarten als Delikatesse. Die Schnecken raspeln mit ihren Mundwerkzeugen meistens am Teichboden die Algen ab und lassen andere Wasserpflanzen in Ruhe. Besonders zu empfehlen ist die Sumpfdeckelschnecke (Viviparidae).

Graskarpfen eignen sich in großen Teichen bestens zur Algenbekämpfung, denn sie ernähren sich ausschließlich von Algen und anderen Unterwasserpflanzen. Eine beliebte heimische Fischart, die Algen vertilgt, ist das Moderlieschen.

Schritt #6: Pflanzenteile und Verunreinigungen entfernen

Je nach Bedarf und Saison muss der Teichbesitzer Verschmutzungen, Laub, Äste oder andere Pflanzenteile, die ins Wasser fallen, entfernen. Ansonsten verrottet das Zeug, sinkt zum Teichboden und wird zu stinkendem Faulschlamm zersetzt.

Schritt #7: Algen entfernen

Ein Teich- oder Schlammsauger ist der perfekte Helfer, um frei im Gartenteich treibende Fadenalgen mühelos zu entfernen. Sogar fest an Steinen oder am Boden haftende Algen lassen sich gut absaugen. Beim Absaugen sollte allerdings aufgepasst werden, dass keine Fische oder andere Teichbewohner eingesaugt werden.

Schritt #8: Gartenteich beschatten

Im Idealfall bekommt ein Teich maximal fünf bis sechs Stunden pralle Sonne ab. Ist der Teich länger einer direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt, sollte man ihn zusätzlich beschatten: Zum einen erwärmt sich das Wasser dann weniger und zum anderen mögen Algen keinen Schatten. Die Beschattung lässt sich relativ leicht mit einem Sonnenschirm oder Sonnensegel hinbekommen.

Hier ist ein Video, wie Algen im Wasser entfernt werden:

Wie werden die verschiedenen Algenarten entfernt?

Wohnen Algen im Teich, sind es meistens Vertreter der Grünalgen oder Blaualgen. Es gibt jedoch noch einige andere Algenarten. Je nach Art, ändert sich die Vorgehensweise bei der Bekämpfung der lästigen Pflanzen.

Bartalgen und rote Algen

Bartalgen und rote Algen haften fest auf Pflanzen und Gegenständen und sind daher schwer zu entfernen. Zupft man die Algen lediglich ab, bleibt ihre Basis haften und die Alge wächst einfach nach.

Gegen diese Algenarten helfen Wasserpflanzen wie Wasserpest oder Hornkraut sowie eine konstante Zufuhr an Kohlenstoffdioxid.

Steine können abgekocht und abgeschrubbt werden, bei Pflanzen müssen die ganzen befallenen Blätter entfernt werden.

Blaualgen und Schmieralgen

Einzelne Blaualgen-Nester lassen sich gut mit einem Schlauch absaugen, da die Beläge oft locker sitzen. Tauchen Blaualgen immer wieder auf, lassen sich diese gut mit Wasserstoffperoxid behandeln.

Auch ein Algengerät hilft gegen Blaualgen, Schmieralgen und gegen alle anderen Algenarten. Die durch Töne erzeugten Schwingungen zerstören die Zellwände und Hohlkörper der Algen.

Fische helfen dagegen nicht gegen Blaualgen und Schmieralgen, da Fische wählerisch sind und diese Algen verschmähen.

Braunalgen

Mit einem Teichsauger oder per Hand lassen sich Braunalgen gut aus dem Teich entfernen.

Grünalgen (Fadenalgen)

Grünalgen lassen sich ebenso einfach mechanisch oder mit einem Sauger aus dem Wasser holen.

Kieselalgen

Um lästige Kieselalgen aus dem Teich zu bekommen, muss ihnen ihre Bausubstanz, die Kieselsäure (Silikat), entzogen werden. Dazu gibt man einen im Fachhandel erhältlichen Silikatbeutel in den Teichfilter. Die Kieselalgen gehen zunächst zurück und verschwinden in kurzer Zeit komplett.

Schwebealgen

Bei dieser Algenart kann die direkte Bekämpfung ohne Schädigung der höheren Pflanzen erfolgen. Das ultraviolette Licht eines UV-C Klärers zerstört die Erbinformationen der Schwebealgen, die dann verklumpen und mit einem Kescher herausgenommen werden können. Auch über ein Filtersystem werden die Schwebealgen nach dem Verklumpen entfernt. Wichtig ist hierbei, dass die UV-C-Lampe eine zum Wasservolumen passende Leistung hat.

Nach dem Zerfall der Schwebalgen soll das Teichwasser zum Großteil ausgetauscht werden, denn ansonsten holt sich die nächste Algengeneration die freigesetzten Nährstoffe wieder.

Welche Pflanzen helfen gegen Algen im Teich?

Einige Pflanzen im Teich sind eine natürliche Konkurrenz von Algen. Hierzu zählen Zwergbinse, Igelkolben, Sumpfiris, Schwanenblume, Tannenwedel, Pfennigkraut, Tausendblatt, Hornkraut, Dichtblättrige Wasserpest, Seerosen, Dreifurchige Wasserlinse, Schwimmfarn und Froschbiss.

Diese Pflanzen haben alle die Eigenschaft, dass sie die Wasseroberfläche erreichen oder auf ihr treiben. Weil die meisten Algen nahe der Wasseroberfläche wachsen, begrenzen die Wasserpflanzen den Lebensraum der Algen. Außerdem lassen sie ihnen weniger Nährstoffe übrig.

Wenn du wissen möchtest, welche Tiere Algen fressen, dann schau dir doch unseren Beitrag dazu an.

Wie kann man Algen im Teich vorbeugen? [8 Tipps]

Der richtige Standort und ein korrekt ausgeführter Bau sind die besten Voraussetzungen, damit sich unerwünschte Algen nicht zu stark vermehren. Als präventive Maßnahmen sollten folgende Punkte berücksichtigt werden.

Tipp #1: Standort

Weil zu viel direkte Sonne das Algenwachstum begünstigt, sollte man für seinen Teich einen Standort wählen, der zumindest halbschattig ist.

Tipp #2: Abstand zu Bäumen und Sträuchern

Der Gartenteich liegt idealerweise nicht in der Nähe von größeren Sträuchern oder Laubbäumen, damit keine Blätter oder Äste in den Teich fallen. Alternativ kann man im Herbst ein spezielles Teichnetz über das Wasser spannen.

Tipp #3: Senken vermeiden

Der Gartenteich sollte nicht in tief liegenden Bereichen oder Senken angelegt sein. Liegt der Teich höher, verringert sich nämlich die Gefahr, dass Erde, Laub oder Gartenabfälle ins Wasser gelangen.

Tipp #4: Kapillarsperre

Jeder Teich muss eine Kapillarsperre oder Saugsperre haben. Sie verhindert auf der einen Seite, dass Erde und Pflanzen Wasser aus dem Teich saugen. Auf der anderen Seite verhindert die Sperre, dass Erde, Dünger oder Pflanzenteile in den Teich gespült werden und dem Wasser unerwünschte Nährstoffe zuführen.

Tipp #5: Teichgröße

Je größer und tiefer der heimische Gartenteich ist, umso weniger kann er sich im Sommer aufheizen und Algen wachsen lassen. Die Mindestgröße sollte sechs Quadratmeter betragen, die Mindesttiefe zwischen 80 und 100 Zentimeter.

Bei kleineren Teichen muss mit einer Pumpe oder einem Wasserspiel dem Wasser zusätzlich Sauerstoff zugeführt werden.

Tipp #6: Nährstoffarme Baustoffe

Beim Bau des Teiches sollten Materialien verwenden werden, die nährstoffarm und damit für den Teichbau geeignet sind. Dies gilt zum Beispiel für Steine, Kies, Sand oder das Pflanzsubstrat.

Tipp 7: Teichwasser

Leitungswasser ist für den heimischen Gartenteich ideal. Man kann auch Regenwasser verwenden, sollte es aber filtern, damit keine Blätter oder andere Verschmutzungen aus der Dachrinne ins Wasser gelangen.

Tipp #8: Pumpe und Filter

Algen mögen ruhige oder stehende Gewässer und lieben höhere Temperaturen. Mit einer Pumpe bleibt der Teich in Bewegung und das Wasser erwärmt sich weniger rasch. Die Teichpumpe wälzt außerdem das Wasser in regelmäßigen Abständen komplett um und versorgt den Teich mit frischem Sauerstoff.

Wohnen Fische im Teich, sollte ein zusätzliches Filtersystem installiert werden.

Algen im Teich entfernen [Geheimtipp]

Unerwünschte Algen können mechanisch von Hand oder mit technischen Hilfsmitteln entfernt werden. Im Fachhandel gibt es zudem spezielle Algenmittel, die allerdings unter anderem Eisenchlorid, Aluminiumsalze oder Peroxid enthalten. Diese Stoffe können Pflanzen und Fische und anderen Lebewesen schwere Schäden zufügen – daher rate ich als Landschaftsgärtner von dieser chemischen Keule dringend ab.

Fadenalgen im Teich fischt man regelmäßig mit einem Kescher oder einer Harke von der Wasseroberfläche ab, bevor sie auf den Teichboden sinken und sich zersetzen. Ein Geheimtipp gegen Fadenalgen sind Schnecken wie die Sumpfdeckelschnecke oder die Spitzschlammschnecke, Teichmuscheln, die heimische Süßwassergarnele und Rädertierchen.

Aber auch heimische Fische wie Moderlieschen, Rotfeder und Silberkarpfen sind gute Mittel gegen Karpfen, da sie sich auch von Fadenalgen ernähren.

Einige Wasserpflanzen sind eine natürliche Nährstoffkonkurrenz für Algen, andere Pflanzen wiederum beschatten die Wasseroberfläche und lassen Algen wenig Licht zum wachsen.

Ein anderer Geheimtipp ist Eichenholz, durch das sich der pH-Wert im Wasser reduzieren lässt, was Algen gar nicht mögen. Allerdings sollte das Eichenholz wieder aus dem Wasser genommen werden, bevor es sich komplett zersetzt. Durch die Zersetzung würden neue Nährstoffe freigesetzt werden, die für eine erneute Bildung von Algen sorgen würde.

Auch Torf und Rindenmulch entziehen dem Wasser Kalk und senken den pH-Wert so weit, dass die Algen keine optimalen Wachstumsbedingungen mehr haben.

Hausmittel wie Milch oder Essig sind nicht dazu geeignet, Algen zu bekämpfen, auch wenn das in der Literatur immer wieder als Geheimtipp gilt. Zwar senken beide Mittel durch ihren Säuregehalt den pH-Wert, jedoch belasten sie das Gleichgewicht des gesamten Ökosystems.

Mit diesen Mitteln lassen sich Algen ohne den Einsatz von Chemie entfernen:

  • Algenbürste
  • Algenfreigerät
  • Kescher oder Harke
  • Teichschlammsauger
  • Algenfreigerät
  • UV-C-Teichklärer
Thomas Ringhofer ist Diplomingenieur (FH) im Bereich Gartenbau und ausgebildeter Landschaftsgärtner mit einem umfangreichen fachlichen und handwerklichen Know-how. Als Redaktionsleiter und gelernter Redakteur kann Thomas Ringhofer auf eine vielseitige und langjährige Erfahrung bei verschiedenen Tageszeitungen und im privaten Hörfunk in den unterschiedlichsten Themenbereichen zurückgreifen. Aktuell ist er als Angestellter im öffentlichen Dienst unter anderem verantwortlich für die Pressearbeit. Seit rund zehn Jahren verfasst Thomas Ringhofer darüber hinaus für verschiedene Magazine und Websites Berichte und Artikel, unter anderem für Gartenpanda.de.

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