Mähroboter Kabel verlegen mit richtigem Abstand [Anleitung]

Mähroboter kaufen, auspacken und starten. So einfach geht es leider nicht. Die meisten Modelle orientieren sich an Begrenzungskabeln. Die müssen erst einmal verlegt werden. Dies ist oberirdisch oder unterirdisch möglich. In beiden Fällen stellt sich selbst einem erfahrenen Gärtner die Frage:

Wie verlege ich das Mähroboter-Kabel mit dem richtigen Abstand?

Den einen richtigen Abstand für das Kabel gibt es nicht. Der Abstand hängt davon ab, wie der Rand zum Rasen beschaffen ist. Je nach Hersteller und Modell oder der Stellung der Räder, variieren die Abstände zu den jeweiligen Begrenzungen.

Bevor das Kabel im jeweils richtigen Abstand verlegt wird, sollten folgende fünf Schritte befolgt werden. Die Vorarbeiten sind wichtig, damit der Mähroboter später nicht mit den Fröschen im Gartenteich taucht oder sich im Rosenbeet vergnügt.

Schritt 1: Kabellänge ermitteln

Um zum Verlegen in den richtigen Abständen ausreichend Kabel zu haben, muss zunächst der Umfang des zu mähenden Rasenstücks ermittelt werden. Dieser lässt sich abmessen, wobei Google Maps eine Hilfe sein kann.

Schritt 2: Skizze erstellen

Eine Skizze vom Rasen samt Hindernissen, Wegen, Hecken oder Terrassen ist ebenso hilfreich beim Ermitteln der Kabellänge. Der Verlauf des Begrenzungsdrahts wird einfach eingezeichnet. Mit dieser Methode wird ebenso verhindert, dass sich die Kabel später kreuzen. 

Schritt 3: Rasen mähen

Ein gemähter Rasen sieht nicht nur schön aus, sondern spart Zeit beim späteren Verlegen der Kabel im richtigen Abstand. Clever ist auch die Idee, nur dort einen Streifen zu mähen, wo das Kabel verlegt wird. Auch so lässt sich die benötigte Länge herausfinden.

Schritt 4: Rasen säubern

Steine oder andere Gegenstände im Rasen sollten entfernt werden, damit das Mähwerk des Roboters nicht beschädigt wird und er möglichst lange seinen Dienst verrichten kann.

Schritt 5: Abstände messen

Im letzten Schritt werden die jeweiligen Abstände gemessen. Dies kann erst geschehen, wenn der Roboter samt Bedienungsanleitung im Haus ist. 

Denn je nach Hersteller und Modell können die Abstände zu Rändern, Wegen und anderen Objekten unterschiedlich groß sein. Es gibt aber gute Anhaltspunkte für den jeweils richtigen Abstand.

Welches ist der richtige Abstand?

Die Beschaffenheit des Rands ist wichtig für den richtigen Abstand des Kabels. Ein Mähroboter fährt nicht genau bis ans Begrenzungskabel, sondern überfährt es bis zu einem bestimmten Punkt.

Normalerweise fährt der Roboter mittig über dem Kabel. In der Praxis heißt das, dass zwischen dem Kabel und dem Ende der Rasenfläche so viel Platz sein muss, dass der Mähroboter mit der Hälfte seiner Karosserie entlang fahren kann.

Die Abstände sind auch deshalb unterschiedlich, da die Karosserie des Roboters zum Beispiel ein Stück weit in einen Weg hineinragen kann. Bei einer Mauer kann er das aber nicht.

Wege, Ränder und Terrassen

Bei allen Flächen, die auf der Höhe des Rasens liegen, reicht ein geringer Kabelabstand von fünf bis zehn Zentimetern. Der Mähroboter kann so bis an die Kanten fahren und alles sauber mähen. Händische Nacharbeiten bleiben somit erspart

Beete und Pflanzflächen

Bei Beeten, bepflanzten Flächen oder kleinen Anhöhen sollte das Kabel im Abstand von circa 30 Zentimetern verlegt werden. Damit wird auf der einen Seite verhindert, dass der blinde Roboter versehentlich gegen die empfindlichen Blumen stößt, die es nicht unbedingt mögen, ständig angestupst zu werden.

Auf der anderen Seite tut es auch dem Roboter gut, wenn er nicht dauernd irgendwo anstößt. Denn in Blumenbeeten finden sich oft auch Gehölze, die recht stabil sind.

Mauern und Zäune

Bei massiven Hindernissen aus Stein, Beton oder Holz wird der Sicherheitsabstand für den Mähroboter vergrößert. 35 Zentimeter dürfen es gerne sein, damit es nicht zu gegenseitigen Beschädigungen kommt.

Der größere Abstand führt jedoch dazu, dass an den Kanten von Mauern, Brunnen oder Skulpturen mit einem Rasentrimmer nachgearbeitet werden muss.

Hecken

Unter Hecken könnte er sich verstecken. Das sollte der Mähroboter aber nicht tun, schließlich soll er den Rasen schön kurz halten. Dem kleinen Gartenhelfer wird die Möglichkeit des Versteckens genommen, indem das Begrenzungskabel bei einer Hecke in einem Abstand von 30 Zentimetern verlegt wird. 

Der größere Abstand schützt sowohl das Grün als auch die Karosserie des Roboters vor Beschädigungen.

Metallische Gegenstände

Unter metallischen Gegenständen fallen nicht nur Stromkabel oder Gullydeckel. Zu allen Bereichen, die das elektrische Feld des Begrenzungskabels stören könnten, ist ein Abstand von 30 Zentimeter empfehlenswert. 

Ein gestörtes elektrisches Feld kann den Mähroboter so verwirren, dass er nicht mehr weiß, wohin die Reise gehen soll. 

Nebenflächen

Nebenflächen sind Bereiche, die mit dem eigentlichen Rasenstück nur über eine Engstelle verbunden sind. Weil Mähroboter nach dem Zufallsprinzip fahren, ist es schnell passiert, dass er die Engstelle – zum Beispiel einen schmalen Weg – nicht findet. Dies kann schon passieren, wenn die Engstelle schmäler als zwei Meter ist.

Hochwertige Roboter haben eine Zusatzfunktion, über die die Breite der Engstelle programmierbar ist. Auch die Richtung, in die die Nebenstelle liegt, wird dem Mähroboter gesagt.

Wie bei der Ladestation unterstützt ein Suchkabel das Auffinden eines schmalen Wegs. Das Suchkabel wird in diesem Fall direkt von der Ladestation zum Weg geführt.

Soll das Kabel für den Mähroboter oberirdisch oder unterirdisch verlegt werden?

Das Kabel für den Mähroboter kann oberirdisch oder unterirdisch verlegt werden. Bequeme Zeitgenossen wählen die oberirdische Variante. Das geht schnell, hat aber Nachteile. So ist das Kabel zunächst zu sehen, bis es eingewachsen ist. Außerdem besteht immer die Gefahr, dass das Kabel beschädigt wird. Es ist selbst vor dem Mähwerk des Roboters nicht immer sicher.

Beim unterirdischen Verlegen sollte sich der Gartenbesitzer ausreichend Zeit nehmen. Das Kabel wird zunächst provisorisch verlegt. Erst nachdem sichergestellt ist, dass der Roboter dorthin fährt, wo er soll, werden die Kabelgräben zugeschüttet.

Wer bequem ist und dennoch das Kabel im Boden haben möchte, lässt es am besten verlegen. Hersteller, aber auch Händler bieten hierzu einen Installationsservice an.  

Darf sich das Kabel kreuzen?

Um sicherzugehen, dass das durch das Kabel erzeugte Magnetfeld funktioniert, ist es ratsam, dass sich das Kabel nicht kreuzt. Damit der Mähroboter optimal übers Grün geführt wird, sollte das Begrenzungskabel parallel zueinander laufen.

FAQ

Wie funktioniert ein Begrenzungskabel?

Das Begrenzungskabel ist ein dünnes Schwachstromkabel, das eine Induktionsschleife, also ein Magnetfeld herstellt. Der Mähroboter orientiert sich an dieser Schleife, die ihm vorgibt, wo er zu mähen hat. Damit wird sichergestellt, dass der blinde Roboter kein Unheil in Blumenbeeten anrichtet oder versehentlich die Goldfische im Gartenteich besucht.

Gibt es eine Alternative zum Begrenzungskabel?

Wer kein Kabel im Garten verlegen möchte, hat zwei gute Alternativen. Spielt Geld keine Rolle, bietet sich ein Mähroboter an, der über GPS (Global Positioning System) gesteuert wird. Solche Modelle kosten ab ungefähr 1500 Euro.

Ab rund 900 Euro erhältlich und damit günstiger sind Mähroboter mit Sensoren, die erkennen, wo die Rasenflächen enden. Diese Modelle eignen sich für kleinere Flächen zwischen 200 und 400 Quadratmeter. 

Wie viel kostet es, Kabel für den Mähroboter verlegen zu lassen?
Die Größe der Rasenfläche und die Verlegeart –  oberirdisch oder unterirdisch – bestimmen die Kosten für eine Kabelverlegung durch eine Firma.

Oberirdisch starten die Kosten für eine Rasenfläche bis 200 Quadratmeter bei ungefähr 200 Euro. Bis 600 Quadratmeter werden je nach Anbieter 400 bis 480 Euro fällig, bis 1.000 Quadratmeter zwischen 500 und 580 Euro.

Für die genannten Beispiele kostet die unterirdische Verlegung zwischen 50 und 100 Euro mehr.

Welche Hilfsmittel eignen sich zum Verlegen von Begrenzungskabeln?

Ein Gummihammer oder Holzhammer ist beim oberirdischen Verlegen gut geeignet, da sie das Kabel nicht beschädigen können.

Bei der unterirdischen Variante leisten ein einfacher Spaten oder Rasenkantenstecher gute Dienste. Eine Kabelverlegemaschine ist nur bei großen Flächen sinnvoll.

Thomas Ringhofer ist Diplomingenieur (FH) im Bereich Gartenbau und ausgebildeter Landschaftsgärtner mit einem umfangreichen fachlichen und handwerklichen Know-how. Als Redaktionsleiter und gelernter Redakteur kann Thomas Ringhofer auf eine vielseitige und langjährige Erfahrung bei verschiedenen Tageszeitungen und im privaten Hörfunk in den unterschiedlichsten Themenbereichen zurückgreifen. Aktuell ist er als Angestellter im öffentlichen Dienst unter anderem verantwortlich für die Pressearbeit. Seit rund zehn Jahren verfasst Thomas Ringhofer darüber hinaus für verschiedene Magazine und Websites Berichte und Artikel, unter anderem für Gartenpanda.de.

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